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Aktualisiert: vor 1 Stunde 7 Minuten

Frühlingserwachen

Mo, 03/15/2021 - 07:25

“Es tönen die Lieder, der Frühling kehrt wieder,
Es spielet der Hirte auf seiner Schalmei…”

Neben dem Klang fröhlicher Frühlingslieder, sind es vor allem die Blumen, die uns daran erinnern, aus dem Winterschlaf zu erwachen. Die ersten zarten Blüten, die sich zwischen Schnee und Eis hervorwagen, sind uns als ersehnte Vorboten des Frühlings besonders lieb.

Frühlingsblumen

Wahre Lebenskünstler sind sie, unsere Frühblüher! Ob Schneeglöckchen, Märzenbecher, Krokus, Leberblümchen, Frühlingsknotenblume, Buschwindröschen, Schlüsselblume oder Veilchen – sie alle verstehen es meisterhaft, die ersten Sonnenstrahlen des Frühjahrs, in denen sich ihr kurzes Leben erfüllt, zu nutzen. Denn sie müssen schnell sein, sie müssen blühen bevor die Bäume und Sträucher Blätter bekommen – ansonsten fehlt ihnen das lebensnotwendige Sonnenlicht! Sie leben von gespeicherten Vorräten des Vorjahres, der zum Teil noch gefrorene Boden gibt keine Nährstoffe her. Ihr niedriger Wuchs und das Anschmiegen an den Boden verschafft ihnen Windschutz. Haarpelze oder wächserne Überzüge bewahren Stengel, Blüten und Blätter vor Nässe und Kälte. Sie alle haben die Fähigkeit, ihre Blüten bei Regen – und Schneeschauern und in frostigen Nächten fest zu verschließen. Tagelang können so die kleinen Überlebenskünstler unbeschadet im Flockenwirbel stehen oder unter einer Schneedecke liegen, um dann, bei den ersten Sonnenstrahlen ihre Blüten zu entfalten.

Und gegen noch eine Gefahr sind unsere Frühlingsblumen geschützt – gegen den Appetit von Wild, auch Hasen auf frisches Grün. Sie schützen sich sehr wirkungsvoll mit Gift! In vielen Frühblühern sind diese Wirkstoffe so konzentriert, dass schon kleine Mengen schwere Schäden oder sogar den Tod zur Folge haben können. Bei anderen Blumen bzw. Kräutern hingegen sind diese Substanzen jene, die sie zu eigentlichen Heilpflanzen machen. Oft werden die Auszüge ihrer Wirkstoffe medizinisch verwendet. Niemals darf man jedoch selbst irgendwelche Hausmittel aus Giftpflanzen herstellen!!

Die Schneerose

Eine der bekanntesten Frühlingsblumen ist die Schneerose: wunderschöne und zahlreiche Vorkommnisse finden sich im Halltal, welches zum größten Naturpark Österreichs gehört, dem Naturpark Karwendel.

Der volkstümliche Name “Schneerose” bezieht sich auf die extrem frühe Blütezeit der Pflanze. Man nennt sie auch gerne Christrose, nach einer alten Tradition sie so zu kultvieren, dass sie zu Weihnachten blüht. Verwildert wächst die Schneerose in Tallagen und bis zu einer Höhenlage von 1900 m.

Die immergrüne, mehrjährige Pflanze mit dunkelgrünen Blätter und weißen Blüten erreicht eine Wuchshöhe zwischen 10 – 30 cm. An geeigneten Standorten kann der Pflanzenstock bis zu 25 Jahre alt werden.

Durch die sehr frühe Blütezeit der Pflanze, ist eine Bestäubung durch Insekten nicht immer möglich. Als Ausgleich dafür bleiben die Narben der Schneerose lange befruchtbar und können auch die eigenen Pollen aufnehmen. Diesen Vorgang nennt man Selbstbestäubung.

Die Schneerose ist oftmals in der Pflanzengesellschaft Schneeheide-Kiefernwald anzutreffen. Schneerosen werden häufig kultiviert, verwildern jedoch selten.

Achtung: Auch wenn wild wachsende Schneerosen noch so schön leuchten: Die wunderschönen Blumen sind streng geschützt und dürfen nicht gepflückt werden.

Wanderführungen im Frühling

Mit Mai 2021 beginnt das Sommerwochenprogramm des Tourismusverbandes Region Hall-Wattens. Hier werden zahlreiche Führungen zum Thema Blüte, Kräuter sowie Fauna angeboten. Begleiten Sie uns auf einer spannenden Wanderung oder einem Spaziergang und erhalten Sie spannende Einblicke unter fachkundiger Führung. Wir freuen uns, Sie in Ihrem Urlaub begleiten zu dürfen.

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Alpinae Culinar 2021

Mo, 03/08/2021 - 07:58

Mehr denn je sind im Bereich der Lebensmittel Regionalität, Wertschöpfung, Nachhaltigkeit und Produktqualität DIE Schlagwörter der Stunde. Die Landwirtschaft spielt hierbei die größte Rolle und die heimische Gastronomie sowie der Tourismus können den wichtigen Stellenwert unserer Bauern am Besten untermauern. Die gastronomischen Festwochen Alpinae Culinar sind auch heuer wieder bemüht, regionale Landwirtschaftsbetriebe, Lebensmittelproduzenten und Gastronomen zusammenzuführen.

Wir bleiben am (heimischen) Boden

Regionalität ist an sich nichts neues. Die Menschen haben sich früher immer saisonal ernährt und gegessen, was sie selbst anbauen konnten.

Ein gesunder Boden und das regionale Klima haben einen großen Einfluss auf die Qualität unserer Lebensmittel. Durch die natürliche Ausreife am Feld sind nachhaltig produzierte Lebensmittel reich an Vitalstoffen und somit wertvoller. Allein die kurzen Transportwege sprechen schon für sich, denn dadurch brauchen Lebensmittel keine Lagerzusätze oder Ähnliches.

Gerade in der Region Hall-Wattens sind wir reich gesegnet mit einem der größten Gemüsegärten Österreichs: den Thaurer Gemüsefeldern! Aber nicht nur das Gemüse macht unsere Region so einzigartig: in Thaur befindet sich eine nachhaltige Fischzucht, welche sich dem Erhalt der bedrohten Urforelle verschrieben hat. Und auch die Tiroler Bio-Pilze finden in Thaur die perfekten Bedingungen.

Seien wir ehrlich? Wer hätte gedacht, dass ausgerechnet im Herz der Alpen, im kleinen Städtchen Hall in Tirol Garnelen zu kulinarischen Hochgenüssen führen? Ja, Sie haben richtig gelesen: 574 Metern über dem Meeresspiegel schwimmen und gedeihen munter Alpengarnelen in bergigem Quellwasser.

Ziel von Alpinae Culinar

Die Spitzengastronomie und alpine Wirtshauskultur setzt zunehmend auf Regionalität. Bevor etwas importiert wird, nimmt man es lieber von der Speisekarte. Alpinae Culinar führt alle Player zusammen: Bauern, Züchter, Produzenten, regionale Händler, kleine Bio- und Ab Hof-Betriebe, Destilleriebetriebe, Käsereien, Imker, Metzger, Bäcker und last but not least den wichtigsten von allen: den KonsumentIn bzw. den Gast!

Heuer findet bereits die dritte Ausgabe von Alpinae Culinar statt. Man ist sehr zuversichtlich, dass diese gastronomischen Festwochen reibungslos und kulinarisch variantenreich über zahlreiche „Bühnen” und Wirtshaustische abgewickelt werden können.

Heimische Produzenten und Gastronomiebetriebe sind aufgerufen, sich einzubringen, um ein starkes und nachhaltiges Zeichen in Sachen hochwertiger Produktvielfalt und österreichischer Kulinarik zu setzen. Anmelden kann man sich auf der Seite von Alpinae Culinar!

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2021: Kein Sommer ohne den Haller BurgSommer

Mo, 03/01/2021 - 08:00

Was wäre der Kultursommer in der Region Hall-Wattens ohne den BurgSommer? Schließlich ist sie die größte und erfolgreichste Konzertveranstaltungsreihe Tirols!

Auch wenn niemand so richtig weiß, wie sich das Jahr noch entwickeln wird, sind wir trotzdem positiver Stimmung. Hinter den Organisatoren des BurgSommers steckt ein motiviertes und engangiertes Team, welches bereits im Vorjahr bewiesen hat, dass mit einem gut durchdachten Corona-Sicherheitsmanagement alles möglich ist.

Das Programm: Molden und Hawara

An drei Tagen – nämlich vom 23. bis 25. Juni 2021 – werden insgesamt sechs Konzerte von durchwegs angesagten österreichischen KünstlerInnen stattfinden. Auch wenn der wienerische Programmtitel “Hawara” einen männlichen Schwerpunkt annehmen lässt, ist dies jedoch keineswegs der Fall.

Den weiblichen Auftakt macht am Mittwoch die junge Wiener Songwriterin, Dichterin und Theaterregisseurin Anna Mabo mit ihrem ersten Album “Die Oma hat die Susi so geliebt.” Gleich danach können sich die Besucher auf die bekannte Schauspielerin Ursula Strauss freuen. Gemeinsam mit Ernst Molden stellt das Duo ihr Debütalbum “Wüdnis” vor.

Am Donnerstag präsentiert die oberösterreichische Komponistin, Geigerin und Sängerin Julia Lacherstorfer mit ihrem Album “Spinnerin” die weiblichen Perspektiven in der traditionellen heimischen Volksmusik. Danach gastiert das Duo Ernst Molden und Der Nino aus Wien.

Am Freitag beehren zuerst Dreiviertelblut gemeinsam mit Ernst Molden und zum Abschluss Voodoo Jürgens und Die Ansa Panier die Bühne des Haller BurgSommer.

Kultur verbindet – der BurgSommer verbindet

Vielversprechend klingen die herausragenden Wiener Liedermacher Ernst Molden und Der Nino aus Wien. Wer hätte gedacht, dass die 2015 veröffentlichte Platte “Unser Österreich” ausgerechnet 2021 Bände spricht! Österreich rückt – zumindest musikalisch und kulturell – wieder z’amm. Und das ist gut so! Live ergänzen Molden und Nino ihre stimmungsvollen Austropop-Sichtungen durch ausgewählte Lieder aus eigener Feder. In Hall haben sie auch ihr brandneues Album „Zirkus“ mit dabei.

Tickets und Kartenreservierung

Auf einer Freifläche von mehr als 2000 m² können Besucher mit Abstand und Sitzplatzgarantie im kleinen Rahmen einen Konzertbesuch der Extraklasse genießen!

Karten können gerne über die Internetseite des BurgSommer bzw. telefonisch unter +43 5223 45544 reserviert und innerhalb von 14 Tagen im Büro des Tourismusverbandes Hall-Wattens, Unterer Stadtplatz 19 in 6060 Hall in Tirol abgeholt werden werden. Die Bezahlung ist in bar und mit Karte möglich. Kostenlose Parkplätze stehen vor dem Büro zur Verfügung.

Der Karten Vorverkauf läuft ebenfalls über Ö-Ticket: www.oeticket.at

Die Hoffnung währt groß: Derzeit ist eine Absage nicht angedacht, die Konzerte sollen maximal verschoben werden. Genaue Angaben hierzu können jedoch aus bekanntem Grund nicht gemacht werden.

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Auf Ritter’s Spur in der Münze Hall

Mo, 02/22/2021 - 08:34

Endlich haben die Museen wieder geöffnet! Grund genug, uns sofort in Richtung Münze Hall aufzumachen, um dort auf eine spannende Schatzjagd zu gehen.

Bei Adele und Mathilda wird im Kindergarten gerade intensiv das Thema Ritter und Burgen behandelt. Sobald sie nach Hause kommen, erzählen sie mir ganz euphorisch, was ihr Betreuer Gregor ihnen Tolles erzählt hat. U.a. auch von der Münze Hall und dem Münzerturm: “Dort, wo du arbeitest, Mama!” sprudelt es begeistert aus Mathilda hervor. Außerdem sollen dort ein liebes Gespenst und der Ritter zur Burg Hasegg wohnen. Und auf den Turm wollen sie auch ungedingt steigen. Na dann los!

Rätselhefte für Kinder und Familien

Je nachdem, ob man nur das Museum der Münze Hall besuchen oder auch den Turm erklimmen möchte, gibt es unterschiedliche Hefte.

Wir wollten natürlich das volle Programm machen und haben das große Rätselheft um € 3,00 erworben. Das kleine Heft kostet die Hälfte.

Um die Fragen im Büchlein richtig lösen zu können, halten Adele und Mathilda beim Rundgang fleißig nach Ritter von Münz Ausschau. Auf den Karten im Museum bzw. im Turm findet sich folgendes Symbol, das jeweils von einem Buchstaben begleitet wird. Diesen überträgt man ins Rätselheft, um am Ende das Lösungswort herauszufinden:

Neben den Buchstaben warten noch weitere interessante Aufgaben und Fragen auf die Rätselfreunde.

Prägemaschinen und Münzen

Die einzelnen Prägemaschinen sind für die Kinder faszinierend. An den kleinen Monitoren können sie mitverfolgen, wie die Münzen mit den jeweiligen Maschinen geprägt wurden.

Der Münzerturm

Nach dem Museum geht es in Richtung Turm und schon bestreiten wir die über 200 Stufen bis hoch zum Turmzimmer. Der Turm mit seinem runden, fünfgeschossigen Unterbau ist durch eine neue Wendeltreppe erschlossen. Die Architektur ist spätgotisch und über dem zylindrischen Baukörper erhebt sich ein zwölfeckiger Aufbau auf zwölf Kragsteinen. Diese Bauweise ermöglicht beste Aussichten in alle Richtungen, vor allem auch die Möglichkeit, senkrecht zu verteidigen.

Der kleine Turm neben dem Münzerturm, den man im Innenhof der Burg Hasegg sieht, ist der dreiläufige Treppenturm. Es ist sozusagen das alte Stiegenhaus zu den ehemaligen Wohnungen in der Burg. Die unterschiedlich verlaufenden, drei Wendeltreppen in diesem in Europa einzigartigen Turm sind auf zahlreiche Umbau- und Ausbauarbeiten in der Burg Hasegg zurückzuführen. Die bei der letzten Renovierung zufällig entdeckte Treppe im Kern des Turmes dürfte eine geheime Treppe gewesen sein. Ein paar wenige Stufen davon sind noch erhalten.

Turmfalken, Stadtarchäologie und Europataler

Oben angekommen hat man einen atemberaubenden Blick über die Stadt Hall, das wunderschöne Inntal und die beeindruckende Kulisse des Karwendels. Beim Abstieg besuchen wir die Turmfalken, die Stadtarchäologie sowie den Europatalerraum, denn auch dort hat sich Ritter Münz mit seinen Buchstaben versteckt.

Des Rätsels Lösung

Durch den dreiläufigen, kleinen Treppenturm geht es zurück in den Shop, wo wir das Lösungswort bekannt geben und dafür eine Münze prägen dürfen.

Es war ein wirklich spannender Nachmittag in den alten Burggemäuern! Den Kindern hat es sehr viel Spaß gemacht, vor allem die Schatzjagd. Auch wenn wir dem lieben Gespenst nicht begegnet sind, wird der Ausflug bestimmt noch lange in Erinnerung bleiben.

Kontakt Münze Hall:

Burg Hasegg/Münze Hall
Burg Hasegg 6
6060 Hall in Tirol

Tel: +43 5223 5855 520
Fax: +43 5223 5855 820

info@muenze-hall.at, www.muenze-hall.at

Öffnungszeiten:

Dienstag bis Sonntag 10.00 – 17.00 Uhr, Letzter Einlass 16.00 Uhr

TIPP: Der Tourismusverband Region Hall-Wattens bietet mit dem Start des Wochenprogramms (Start 1. Mai 2020) eine neue tolle Attraktion für Rätselfreunde in der mittelalterlichen Stadt Hall an.

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Neue Wege gehen: das Salzlager Hall als Schauraum für “Virtuelle Ausstellungen”

Mo, 02/15/2021 - 09:00

Derzeit müssen andere Wege eingeschlagen werden: Eine Veranstaltung corona-bedingt absagen? Muss nicht sein! Denn mit SALZRAUM.Hall livelocations erreicht man seine Besucherinnen und Besucher auch virtuell, wie man am Beispiel Salzlager zu sehen bekommt.

Floristendesign virtuell bewundern

Ein gutes Beispiel dafür zeigt sich in der „Virtuellen Ausstellung“ der floralen Meisterstücke der Absolventinnen und Absolventen der Academy of Flowerdesign/AoF im Salzlager Hall. Die Academy of Flowerdesign/AoF gilt als eine der namhaftesten Bildungsstätten für Floristinnen und Floristen weltweit.

Bisher wurden die einzigartigen und besonderen Kreationen jährlich im historischen Ambiente des Salzlagers präsentiert. Für die Absolventinnen und Absolventen der Floristmeisterschule von Nicole von Boletzky ist die Ausstellung der Höhepunkt nach erfolgreich bestandener Prüfung. Wo sich unter normalen Umständen viele Menschen um die ca. 180 floralen Kunstwerke scharen, war es bei dieser Ausstellung eine Kamera auf Rollschienen, die die Impressionen einfing. Die Kreativproduktion Wildruf Film aus Volders hat diese digitale Inszenierung perfekt umgesetzt und war von den Räumlichkeiten begeistert.

Vorteilhafte Architektur der Säulenhalle

„Die Location ist großartig“, schwärmt Franco Avi, Kameramann bei Wildruf Film. „Sowohl die Säulenhalle als auch die weiteren Räumlichkeiten des Salzlagers geben optisch viel her. Form und Architektur bieten eine Struktur, mit der man bei den Aufnahmen sehr gut arbeiten kann. Durch die Größe der Halle hat man auch die entsprechende Tiefe“, so der Bewegtbild-Profi.

Gerade bei der Präsentation hochwertiger Produkte spielt der passende Rahmen eine entscheidende Rolle. Das Salzlager Hall mit seinen 1.200 m2 Fläche ist hier beliebter Schauplatz, ganz egal ob es sich um filigrane Meisterwerke, edle Weine, Autos und andere Exponate handelt. Die Säulenhalle bietet aufgrund der ebenerdigen Lage viele Vorteile bei der Anlieferung und ist technisch einwandfrei ausgestattet. Das professionelle Team der SALZRAUM.Hall livelocations steht mit Rat und Tat zur Seite und lässt jede Ausstellung – egal ob vor Ort oder virtuell – zu einem Erlebnis werden.

Optimale Lichtverhältnisse

Bei der virtuellen Präsentation kommen noch weitere Anforderungen dazu. Denn im Film geht es darum, die Objekte erfahrbar zu machen, mit Perspektiven und Beleuchtung zu spielen. „Die Lichtverhältnisse im Salzlager waren optimal. Es gab ein neutrales Grundlicht und sogar Tageslicht. Das hat uns sehr geholfen“, berichtet Franco Avi.

Zusätzlich wurden die einzelnen Objekte individuell ausgeleuchtet und mittels rollender Kamera aufgenommen. „Die Meisterstücke waren ja teilweise zwei Meter hoch und mehrere Meter breit. Die großen Räumlichkeiten waren da absolut von Vorteil und sind zudem sehr fotogen“, so Avi.

Das Ergebnis ist eine virtuelle Ausstellung, welche die Besonderheit der Meisterstücke ebenso zeigt wie die Präsentation im außergewöhnlichen Ambiente des Salzlagers. Als weitere Räumlichkeiten stehen neben der Säulenhalle auch das Kurhaus und die Burg Hasegg zur Verfügung. Sollten Sie Interesse an einer virtuellen, aber auch analogen Ausstellung in einem der Räumlichkeiten von SALZRAUM.Hall livelocations haben, wenden Sie sich gerne an info@salzraum.at.

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Eine lebendige Tiroler Tradition: das Krippeleschaug’n – Teil III

Mo, 02/01/2021 - 09:58

Unsere Reihe Krippeleschaug’n geht weiter: Dem Jahreskreis entsprechend werden die Krippen in Tirol zu Mariä Lichtmess (2. Februar) abgebaut. Im dritten Teil unseres Krippenblogs können abschließend weitere besondere Krippen unserer Region online “geschaut” werden. Heute besuchen wir die Krippen in den Pfarrkirchen Baumkirchen, Fritzens, Volders und Wattens. Ergänzend werfen wir einen Blick auf die Dorfkrippen von Fritzens und Baumkirchen sowie jene vor der Laurentiuskirche in Wattens.

Weihnachtskrippen in Baumkirchen

Pfarrkirche Baumkirchen

Im zweiten Teil unserer Reihe haben wir den berühmten Krippenschnitzer Johann Laimgruber, genannt Mundi, erwähnt. Lange glaubte man, dass die Figuren der Weihnachtskrippe in der Pfarrkirche Baumkirchen aus seiner Hand stammen. Jedoch hat bei der Restaurierung im Jahr 2015 eine Untersuchung ergeben, dass die Figuren Johann Giner d. Ä. zuzuschreiben sind. Der alte Hintergrund der Krippe war noch von Franz Pernlocher (1877-1954) aus Thaur gemalt worden. Er wurde jedoch durch einen neuen Hintergrund von Rupert Meßner ersetzt.

 

Die Dorfkrippe in Baumkirchen

1993 schnitzte der Stubaier Karl Paulweber die Figuren für die Dorfkrippe in Baumkirchen. Sie sind fast einen Meter hoch. Die Krippe wird jährlich im Waltgarten aufgestellt. Das ganze Dorf hat damals zusammen geholfen, um für die Figuren einen entsprechenden Krippenstall zu erschaffen. Unter der fachkundigen Leitung von Rupert Meßner wurde einen ganzen Sommer lang daran gearbeitet, um die Krippe schließlich im Dezember des Jahres 1993 an die Pfarrgemeinde zu übergeben. Auch an der Finazierung war die Baumkirchner Bevölkerung tatkräftig beteiligt.

Weihnachtskrippen in Fritzens

Pfarrkirche Fritzens

Die Figuren für die Kirchenkrippe in Fritzens schnitzte Johann Gwercher, die Schafe sind aus der Hand von Stemmberger. Den Hintergrund malte Pernlocher I.

Die Dorfkrippe in Fritzens

Die Dorfkrippe wurde vom akademischen Bildhauer Georg Eigentler im Rokokostil geschaffen. Sie ist vor allem durch ihre Umbaumöglichkeiten eine Besonderheit. Die verschiedenen Szenen beginnen mit der Adventszeit bis hin zur Mariä Lichtmess. Die Darstellungen im Ablauf des Weihnachtsgeschehens zeigen Mariä Verkündigung, die Geburt Christi und die Flucht nach Ägypten.

Die Krippe ist in einer eigens errichteten Kapelle untergebracht. Sie hat einen grottenähnlichen Charakter und wurde im Sommer 2002 von freiwilligen Helfern unter der Leitung von Manfred Thaler und Josef Troppmair errichtet.

Weihnachtskrippen in Wattens

Marienkirche Wattens

Diese Krippe wurde bereits vor dem 1. Weltkrieg leihweise der Karls-Kirche in Volders überlassen. Der Kirchenpropst Eduard Mair und der Schulleiter Johann Paul Steinacher, der den Krippenberg baute, brachten sie 1920 nach Wattens zurück. Leider fehlten sämtliche Figuren. 12 Figuren und 10 Schafe wurden bei einem Zillertaler Krippenschnitzer gekauft.
1935 wurde mit Erlaubnis von Pfarrer Zoller von Eduard Mair der Krippenberg gegen einen alten von Schmiedemeister Schwarz in Volders gebauten Berg ausgetauscht. Der Hintergrund stammte von Kunstmaler Seelos in Zirl. 1947 wurden die Geburts- und Dreikönigsgruppe von Bildhauer Johann Kirchmair erworben.

Im Rahmen des 20jährigen Bestehens des Krippenverein Wattens wurde der Krippenberg von den Mitgliedern restauriert und neu gestaltet. Vom Krippenkünstler Rupert Meßner wurde ein neuer Hintergrund gestaltet.
In den 1950er Jahren wurden Figuren von Johann Kirchmair und Josef Lechner sowie Schafe und Ziegen von Franz Spiegl ergänzt. Im Jahre 2004 wurde die Krippe um drei und im Jahr 2006 um zwei weitere Brunnenfiguren von Karl Paulweber ergänzt. Der Krippenverein Wattens stellt die beeindruckende Krippe alljährlich in der Pfarrkirche auf. Der Krippenverein Wattens wurde übrigens im März 1978 von acht Krippenfreunden aus Wattens, Fritzens, Kolsass, Mils und Baumkirchen gegründet.

 Dorfkrippe vor der Laurentiuskirche Wattens

Am 21. Dezember 1980 wurde die Krippe vor der Laurentiuskirche aufgestellt. Die Figuren stammen von Max Schwaiger. Der Künstler entwickelte die Dorfkrippe von 1980 bis 1989 ständig weiter. Max Schwaiger hat zuerst als freischaffender Künstler und dann nebenberuflich in und um Wattens eine Reihe von Kunstwerken geschaffen. Die größte Figur in der Krippe misst ca. einen Meter. Der Stall hat fast echte Ausmaße. Er wurde von Max Schwaiger im Modell vorbereitet und von Mitgliedern des Krippenvereins gebaut. Über 800 Schindeln bedecken seine Dachfläche.

 

Weihnachtskrippen in Volders

Genau wie Wattens ist auch die Gemeinde Volders eine aktive Krippengemeinde, die normalerweise jährlich in die Volderer Hauptschule zur Krippenausstellung einlädt. Aus bekanntem Anlass war dies heuer nicht möglich. Trotzdem kann man sich in der Pfarrkirche an ganz besonderen Krippen erfreuen:

In der Volderer Pfarrkirche gibt es gleich zwei Krippen zu bestaunen, nämlich die Bretterkrippe beim Altar und die sogenannte „Schwarzkrippe“. Und noch eine wirkliche Besonderheit aus der Zeit der Gotik!

Schwarzkrippe

Wie der Name verrät, war diese Krippe sehr lange im Besitz der Familie Schwarz und wurde bis in die 60er Jahre in deren Stube aufgestellt. Unter Pfarrer Donatus und dem Obmann des Krippenvereins Volders Karl Wurzer gelang es, die Krippe 1978 erstmals im Widum und später in der Pfarrkirche aufzustellen. Im Jahre 1985 übereignete Maria Schwarz testamentarisch die Krippe der Johannes Pfarrkirche Volders. Seit dieser Zeit wird sie dort alljährlich in der Weihnachtszeit von ehrenamtlichen Helfern aufgestellt.

Der Krippenberg ist wahrscheinlich im Eigenbau des ehemaligen Besitzers entstanden. Die Figuren auf der Krippe stammen vom jungen Südtiroler Schnitzer Hans Demetz (1890-1912). Zwei Figuren im Vordergrund stammen aus der Werkstatt von Johann Kirchmair (1902-1985) aus Mils. Schafe und Ziegen sind von verschiedenen Schnitzern geschaffen worden. Der Fassmaler der Krippenfiguren ist nicht bekannt. Der Hintergrund stammt vom Zirler Maler Franz Seelos jun. (1905-1962) und ist 1946 entstanden.

 

Bretterkrippe im Altarraum

Auch bei dieser Krippe stammt der Hintergrund aus der Hand von Franz Seelos jun. und entstand im Jahr 1950. Die ca. 1,50 m großen und auf Spanplatten gemalten Figuren stellen die Geburt Christi dar. Auf der rückseitigen Wandfläche der Krippe sind eine Landschaft und eine Stadt dargestellt. Am Dreikönigstag (6. Jänner) werden die Geburtsfiguren gegen die Hl. Drei Könige getauscht.

 

Die beiden Künstler Demetz und Seelos

Der Krippenschnitzer Hans Demetz wurde in Gröden geboren und starb bereits im Alter von 23 Jahren am 19.10.1912 in Hall in Tirol. Er ist in Absam begraben. Sein Vater Ludwig stammte aus St. Christina in Gröden und war dort in jüngeren Jahren als Christusschnitzer tätig. Anfang des 20. Jh. zog Hans Demetz nach Hall und kam 1907 in die Gewerbeschule nach Innsbruck. Schon sehr bald machte er sich einen Namen als Krippenschnitzer. Er ging zu keinem Meister, sondern arbeitete in seiner bescheidenen Wohnung in Hall. Den Hl. Josef der Schwarz-Krippe schnitzte er auf dem Sterbebett.

Franz Seelos der Jüngere aus Zirl war Freskant und Krippenmaler (5.2.1905 – 23.2.1962). Bereits als Bub zeigte sich sein künstlerisches Talent. Seine ersten gemalten Krippenfiguren wurden bei einer Ausstellung in Innsbruck sehr gelobt. Er lernte zuerst bei Toni Kirchmayr in Innsbruck und studierte anschließend 1925–28 an der Wr. Akad. der bildenden Künste. Zurück in Tirol, erhielt Seelos d.J. mehrere Aufträge in ganz Tirol. In der Region Hall-Wattens hinterlies er seine Spuren u.a. im Pfarrwidum von Mils. Er schuf dort die Fresken im barocken Stil. Ebenfalls in Mils findet man seine Krippe und Fresken im Josefsinstitut. 1946 entwarf er eine Krippe, die der bekannte Krippenschnitzer Kaspar Falschlunger in Holz ausführte. Seelos fasste die Figuren und malte einen entsprechenden Hintergrund für diese Krippe, die ihren Käufer in New York gefunden hatte.

Obwohl es Franz Seelos jun. zu großer Berühmtheit gebracht hatte, blieb er ein bescheidener Mensch, der bereits im Alter von 57 Jahren verstarb.

Gotische Krippendarstellung im Altarbereich

Von der gotischen Ausstattung in der Pfarrkirche Volders ist heute praktisch nichts mehr vorhanden. Einzig ein kleines Relief legt noch Zeugnis zur Geschichte der Pfarrkirche ab. Beim Umbau im Jahre 2009 wurde im Altarbereich an der Turmsüdseite eine spätgotische Krippendarstellung freigelegt. Die Datierung geht in etwa auf 1500 zurück. Die Geburt Christi stammt aus der Hand eines unbekannten Pustertaler Meisters und man geht davon aus, dass es Teil eines Flügelaltares war.  

 

An dieser Stelle bedanken wir uns besonders bei Rupert Messner, Walter Wurzer, Hans Russ und Alois Kirchmair für die Bereitstellung von Informationen und Fotos betreffend der o.a. Krippen! Es ist keine Selbstverständlichkeit, dass diese wertvolle und besondere Tradition von unseren Krippenvereinen und deren Mitgliedern weitergetragen und weitergelebt wird!

Der Beitrag Eine lebendige Tiroler Tradition: das Krippeleschaug’n – Teil III erschien zuerst auf Blog der Region Hall-Wattens.

Eine lebendige Tiroler Tradition: das Krippeleschaug’n – Teil II

Mo, 01/18/2021 - 09:02

Unsere Reihe Krippeleschaug’n geht weiter: in den Dörfern Absam und Thaur besichtigten wir jeweils die Krippen in den beiden Pfarrkirchen, sowie zusätzlich in Absam die moderne Krippe am Dorfplatz und in Thaur die Krippe in der Romedikirche.

Das Krippendorf Thaur und seine bekannten Künstler

Bildhauer und Figurenschnitzer

Die berühmtesten Thaurer Krippenschnitzer waren Johann Giner d. Ä. und der gleichnamige Sohn Johann Giner d. J.. Der erfolgreichste Imitator von Giner-Figuren war Johann Laimgruber, genannt Mundi. Mundi war hauptberuflich Salzbergarbeiter und wendete seine gesamte Freizeit für die Schnitzerei von Krippenfiguren auf. Weiters haben sich noch Johann Plank und Romed Riedmüller als Schnitzer einen Namen gemacht. Einer der bekanntesten ortsansässigen Bildhauer der jüngeren Zeit war Meister Romed Speckbacher sen.. Sein gleichnamiger Sohn führte die Tradition der alten Krippenschnitzer und der Thaurer Krippenkunst fort.

Künstler von Krippenbergen und Hintergründen

Über die Ortsgrenzen hinaus bekannt ist der Thaurer Einsiedler Felix Zimmerling. U.a. hat er auch den Krippenberg der Absamer Kirchenkrippe gestaltet. Durch seine Reise nach Palästina im Jahre 1852 wurden die Tiroler Krippenberge und -hintergründe in orientalischem Stile beeinflusst und verändert. Als Maler von Krippenlandschaften (Hintergrund) sind folgende Thaurer Künstler besonders erwähnenswert: Andrä Leitl, Pranz Pernlochner III. sowie dessen Sohn.

Die Weihnachtskrippen in Thaur

Neben den wunderbaren Krippen in der Pfarrkirche sowie der Schlosskirche finden wir in Thaur die älteste Hauskrippe, die uns in Tirol erhalten blieb, nämlich beim Maxenbauern. Sie stammt aus der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts!

Wegen des Prunkes der Kleider und der reichen Stickereien zählt die Barockkrippe in der Romedikirche zu den größten und wertvollsten Kirchenkrippen. Die geschichtlichen Hintergründe zur Romedikirche oder Schlosskirche, wie sie auch genannt wird, kann auf der Seite unserer Kraftorte nachgelesen werden. Die große Weihnachtskrippe füllt den gesamten Altarraum aus und wird aufgrund des großen Aufwandes nur im Zweijahresrhythmus aufgestellt. Insgesamt umfasst die Krippe ca. 150 Figuren (inklusive Tiere). Manche Figuren sind doppelt vorhanden, wie zB die Hl. Familie: einmal im Nazarenerstil und einmal im Barockstil. Die ältesten barocken Figuren der Krippe sind die Engel mit Wachsköpfen und Glasaugen von 1740, die aus diversen Damenstiften stammen. Alle weiteren bekleideten Figuren (ebenfalls mit Wachsköpfen und Glasaugen versehen) stammen von Johann Giner d.Ä., Franz Pernlochner I. und Johann Höpperger. Ende des 19. Jahrhunderts schuf Johann Farbmacher einen völlig neuen Krippenberg. 1880 malte der Künstler Franz Pernlochner den Hintergrund für die Barockkrippe.

Weihnachtsdarstellung nach einer Idee von Erich Steinlechner und Pfarrer Haider

In den anderen Jahren wird in der Romedikirche am rechten Seitenaltar eine Weihnachtsdarstellung auf einem gemalten Kulissenaufbau von Erich Steinlechner aus den Jahr 2010 gezeigt. Neben dem damaligen Pfarrer Paul Haider (+ 2014), war Steinlechner der Ideengeber für diese kleine Krippe, um jährlich das Weihnachtsgeschehen anschaulich darstellen zu können. Die 40 cm hohen Figuren wurden bei der Firma Heide (Heinrich Demetz) in Gröden (Südtirol) in Auftrag gegeben. Sie bestehen aus hölzernen Gliedmaßen, die auf einem Drahtgestell montiert sind und anschließend mit leimgetränkten Stoffen bekleidet und bemalt bzw. gefasst wurden. Dadurch wirken die Figuren sehr realistisch. Eine Besonderheit stellen auch die mit echter Schafwolle ausgestatteten Schafe dar. Johann Staud hat sich für uns Zeit genommen und erzählt uns in einem Video spannende Details zur kleinen Weihnachtskrippe:

Die Romediuskirche ist an Sonn- und Feiertagen vom 1. Adventsonntag bis zum Weißen Sonntag (Sonntag nach Ostern) von 13:00 bis 17:00 Uhr für eine Besichtigung der Krippen (Fastenkrippe) zugänglich.

Weihnachtskrippe in der Thaurer Pfarrkirche

Die figurale Ausstattung der Krippe der Pfarrkirche in Thaur stammt im Wesentlichen von Johann Giner d. Ä.. Johann Laimgruber ergänzte einige Figuren. Der heutige Krippenberg stammt aus der Hand von Johann Farbmacher und den Hintergrund dazu schuf Franz Pernlochner III. am Ende des 19. Jahrhunderts. Bei dessen Restaurierung konnte man eine weitere Landschaftsmalerei entdecken, welche auf Andrä Leitl zurück geht.

Das Krippendorf Absam

In Absam wollen wir euch heute zwei Krippen präsentieren:

Erstens die traditionelle Kirchenkrippe in der Absamer Basilika und zweitens die moderne Dorfkrippe beim Gemeindeamt.

Weihnachtskrippe in der Basilika

Alle Jahre wieder ist das Krippeleschaug’n in Absam in der Basilika ein Höhepunkt für “Krippeleschauger”. Glücklicherweise ist die aus 70 Figuren bestehende Krippe die ganze Woche hindurch von 7.30 Uhr morgens bis 19.30 Uhr abends zugänglich. Vielen Dank dafür, liebe Absamer! Außerdem können interessierte BesucherInnen hautnah mitverfolgen, wie sich die Krippe im Laufe des Geschehens wandelt und fast auf Tuchfühlung gehen.

Wow! Selten sieht man beim Krippeleschaug’n eine Krippe dieses Ausmaßes! Gesichert durch eine Alarmanlage und geschützt hinter einer gläsernen Abschrankung sind die von Johannes Nepomuk Giner d. Ä. (1756 – 1833) geschnitzten Figuren auf Augenhöhe und aus nächster Nähe zu bestaunen. Die bis zu 40 cm hohen, aus Holz geschnitzten und gefassten Figuren bestechen vor allem durch ihr „echtes“ G´schau: So hat Giner die Figuren mit Glasaugen ausstaffiert und demnach sehr lebendig und echt aussehen lassen. Prächtig sind weiter vor allem Giners Engel, halbnackt oder schulterfrei und in voller Bewegung, quasi beflügelt und dank einer Porzellanfassung wahrlich himmlisch anmutende Figuren. Halleluja! Übrigens, wer suchet, der findet in der Gestalt eines Müllers einen wichtigen Sponsor der Krippe, wie wir heute sagen würden. Ein Gönner der früheren Zeit, vergleichbar mit einem Stifter.

Felix Zimmerling (1812 – 1869), ein Eremit aus Thaur, war wohl einer der ersten Pilger, der 1852 ins Heilige Land gereist ist. Er hat den Absamer Krippenberg geschaffen. Kein Wunder also, dass sich das Heilsgeschehen vor orientalischer Kulisse präsentiert. Nur durch die Erzählungen von Pilgern und Reisenden konnte eine orientalische Krippe entstehen. Ein wichtiger und interessanter Wandel in der Tiroler Krippentradition.

Besonderer Hintergrund für die Krippe

Bemerkenswert ist auch der Hintergrund der Krippe: Der als Maxenmaler bekannte Josef Strasser (1827 – 1890) aus Absam zeichnet sich dafür verantwortlich. Oftmals geschnitzt und über dem Hintergrund angebracht hat er die Gloriole mit Gott Vater und den Engeln direkt auf den Hintergrund gemalt.

Einzigartig sind die neuen, im barocken Stil geschaffenen Vitrinen links der Krippe. Sie zeigen zwei Szenen, die Beschneidung Jesu sowie die Verehrung des Namens Jesu durch die damals bekannten vier Erdteile Europa, Amerika, Asien und Afrika (Australien war zu diesem Zeitpunkt noch nicht entdeckt): Ein bekanntes Frauengesicht ist in der Gestalt von Europa zu erkennen, keine geringere als Maria Theresia stand sozusagen Patin für unseren Kontinent!

Ein großer Dank sei an dieser Stelle erstens an Waltraud Willard und auch an Werner Willard vom Absamer Krippenverein ausgesprochen. In unserem Video erzählt uns Werner für das Krippeleschaug’n in Absam mehr von der Absamer Kirchenkrippe:

Schon wieder begegnen wir Josef Bachlechner…

Über dem Hauptaltar der Basilika ist übrigens (schon wieder!) ein von Josef Bachlechner d. Ä. geschnitztes Jesukind zu bewundern. Der in Hall um 1900 werkende Bildschnitzer war im ganzen Land bekannt und hat überall seine Jesukinder, äh… Spuren, hinterlassen.

Krippeleschaug’n in Absam: Die Absamer Dorfkrippe

Wem noch nicht zu kalt ist und noch Lust auf mehr hat, empfehlen wir, einen Spaziergang von der Absamer Basilika zum Dorfplatz zu machen. Dort ist eine moderne Krippe von Johannes Obleitner zu sehen, die in jedem Fall reizvoll, wenn auch anders ist. Ein völlig neuer Zugang zum Heilsgeschehen ist hier vom Absamer Künstler gewählt worden. Die 2007 geschaffene Skulpturengruppe verzichtet ganz bewusst auf Sentimentalität. Materialien wie Beton und Stahl verleihen der Krippe eine kühle Eleganz, die den Betrachter in eine nachdenkliche Stimmung versetzen. Das Jesukind ist auf ein Kreuz gebettet, Vorzeichen des bevorstehenden Schicksals des göttlichen Kindes? Die drei Weisen aus dem Morgenland in Gestalt eines Astronomen, Mystikers und Glaubenden bieten mittels Symbolik verschiedene Wege an, die Komplexität des Geschehenen zu verstehen: So lässt eine Glaskugel in der Hand eines Königs in die Zukunft blicken. Gloria in excelsis deo!

Das Krippeleschaug´n geht weiter…

Nach dem Krippeleschaug’n in Absam und Thaur besuchen wir nächste Woche die Dörfer Baumkirchen, Fritzens, Volders und Wattens und sind schon gespannt, welche Krippenschätze uns dort erwarten.

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Eine lebendige Tiroler Tradition: das Krippeleschaug’n

Mo, 01/11/2021 - 04:41

In der Region Hall-Wattens – genauer gesagt in Tulfes, Hall und Thaur – gibt es alle Jahre wieder zur Weihnachtszeit einen ganz besonderen Schatz zu bestaunen: Die drei ältesten Krippen des Landes, ja und wahrscheinlich sogar Mitteleuropas befinden sich in der Pfarrkirche von Tulfes (1608), der Jesuitenkirche in Hall (1609) und dem Maxnhof in Thaur (1. Hälfte 17. Jh.). Normalerweise können diese Krippen auch beim Krippeleschaug’n bewundert werden.

Die drei ältesten Krippen Mitteleuropas

Die Entstehung dieser Krippen reicht also zurück in die Barockzeit und in die Zeit der Gegenreformation. Umso weniger erstaunlich ist es, dass die Jesuitenkirchen bzw. -klöster in Hall und Innsbruck die ersten waren, die im Besitz einer solchen waren.

Von der Tiroler Krippe bis zur orientalischen Krippe

Diese Krippen wurden im Tiroler Stil geschaffen, erst mit den ersten Pilgerreisen entstanden Krippen im orientalischen Stil. Der Thaurer Einsiedler Felix Zimmerling war einer der ersten, dessen Reise ihn im Jahre 1852 ins Gelobte Land führen sollte.

Auch waren die ersten Krippen Kloster- oder Kirchenkrippen. In adeligen oder großbürgerlichen Haushalten gab es in seltenen Fällen private Krippen. Die älteste noch erhaltene, private Krippe ist jene am Maxnhof in Thaur, der ganze Stolz der Familie Huetz.

Die Tradition des Krippeleschaug’ns

Seit Jahrzehnten wird das Krippeleschaug´n in Tirol gepflegt und führt interessierte BesucherInnen von Nah und Fern üblicherweise zwischen dem Stefanitag (26.12.) bis Mariä Lichtmess (2.02.) in private Haushalte. Stolze KrippenbesitzerInnen gewähren Einlass in ihre guten Stuben und erzählen, wie ihre Krippen in den Haushalt gelangt sind. Dabei erfährt man viel Wissenswertes über Entstehungszeit, Bauart, Hintergrund, Berg und Figuren, deren Schnitzer und Bedeutung. Bei selbstgebackenen Keksen oder Stollen und einem gemeinsamen Gloria wird angestoßen und auf aller Wohl getrunken. So will es der Brauch!

Da es in dieser Weihnachtszeit keine Krippenausstellungen und Umgänge in den privaten Wohnhäusern geben wird, möchten wir mit diesem Blog einen kleinen Eindruck der Schätze vermitteln, die es trotz Covid-19 an den Sonn- und Feiertagen in den jeweiligen Kirchen zu entdecken gibt. Einzelne Persönlichkeiten aus den Dörfern Tulfes, Thaur und Absam erzählen uns in einem Video über ihre jeweiligen Krippen:

Restaurator Willi Ghetta erzählt über die Tulfer Dorfkirche

Josef Bachlechner der Ältere

Ist von Krippen und Tiroler Brauchtum und Tradition die Rede, so darf ein ganz besonderer Mann und Künstler nicht vergessen werden: Josef Bachlechner der Ältere (1871-1923). Der in Bruneck geborene Südtiroler Bildhauer unterhielt in Hall eine große Werkstätte (ehem. Dietl), nach ihm ist heute noch die Bachlechnerstraße benannt. Der vor allem in neugotischem Stil schaffende Künstler hat die Krippe in Tirol mehr oder weniger in jeden Haushalt gebracht.

Eine kleine Anekdote über Bachlechner

Als tiefgläubiger Mensch soll er jeden Arbeitsgang mit „In Gottes Namen“ begangen haben. Seine zukünftige Frau wollte Bachlechner prüfen und erzählte ihr während eines weihnachtlichen Spaziergangs durch Tulfes, dass er hier im Ort ein fünfjähriges Büblein hätte, das keine Mutter mehr hätte. Die junge Frau zögerte angeblich nur kurz und meinte, gemeinsam würde man das Kind schon schaukeln. Woraufhin Bachlechner seine Braut zum Hochaltar der Pfarrkirche geführt haben soll, wo das fünf Jahre zuvor geschnitzte Jesukind zu sehen war. Natürlich waren die beiden glücklich bis ans Ende ihrer Tage!

Tipp: Das Jesukind in der Pfarrkirche Tulfes ist seit 24.12. zu bewundern.

Besondere Krippen in Hall

Spaziert man von der Krippgasse westwärts Richtung Bachlechnerstraße, kommt man am Wohnhaus der Familie Bachlechner vorbei, an dem noch heute ein bemerkenswertes, neugotisches Kruzifix zu bestaunen ist.

Krippeleschaug’n: Pfarrkirche St. Nikolaus

Betritt man die Pfarrkirche St. Nikolaus über den Haupteingang im Westen, kann man weitere Arbeiten des Bildschnitzers beim Krippeleschaug’n bewundern: Am Katharinenaltar im nördlichen Seitenschiff ist eine Krippe des Künstlers zu sehen, die 2017 von Michael Schretthauser restauriert wurde: Das in eine Windel gehüllte, in der Krippe liegende Christuskind wird von zwei Engeln beschützt, die vor allem durch kunstvolle, Pfauenfedern nachempfundenen Flügel bestechen. Ganz im Sinne der Neugotik sind Haare, Locken und Gewandfalten zackig ausgeführt.

Die beiden Engel in der Kapelle zu Ehren Unserer Lieben Frau (Waldaufkapelle) am Ende des nördlichen Seitenschiffes, die den Schutzmantel der Madonna halten, wurden der um 1480 aus der Pacherschule stammenden Marienfigur von Josef Bachlechner hinzugefügt, also über 400 Jahre später (!). Das Gesamtkunstwerk besticht durch ganz besondere Harmonie und Liebreiz.

Tipp: Auch in der Haller Franziskanerkirche am Stadtgraben erwartet den Liebhaber des Krippeleschaug’n ein Bachlechner´sches Werk: Gleich rechts nach dem Haupteingang ist eine liebliche, großflächige Darstellung der Geburt Christi als Wandmalerei zu finden!

Bretterkrippe von Andreas Crepaz

Ebenfalls sehenswert ist die Bretterkrippe von Andreas Crepaz (1923) am Hochaltar der Pfarrkirche von Hall. Bretterkrippen entstanden vor allem in Zeiten der Not, des Hungers, vielfach aus Mangel an finanziellen Mitteln. Die Krippe des ladinischen Künstlers wird jedes Jahr am Hochaltar der Pfarrkirche aufgestellt und besteht aus 11 Teilen. Neben der Hl. Familie, Ochs und Esel, vier Hirten und drei Schafen sind außerdem fünf Engel dargestellt. Die insgesamt 17 Figuren sind auf Holzbrettern gemalt und noch immer in sehr gutem Zustand. 

Ein wertvoller Tipp für BastlerInnen: Die Krippe ist noch immer als Ausschneidebogen erhältlich! Vor allem für jene, die wenig Platz haben, eine Möglichkeit, nicht nur Krippeleschaug’n zu gehen, sondern sich auch eine historische Krippe ins Haus zu holen.

Gotische Schnitzkunst

In der Magdalenenkapelle südöstlich der Pfarrkirche, der ehemaligen Friedhofskapelle von Hall, ist ein weiteres Kleinod der Krippenkunst zu bewundern: In der Prädella des Flügelaltars (2. Hälfte 15. Jh.) ist gotische Schnitzkunst vom Feinsten zu entdecken. Nach Beendigung der Fastenzeit, zu der eigentlich auch die Adventzeit gehört, in der die Flügel des Altars traditionell verschlossen bleiben, ist der Blick auf die Heilige Familie nun wieder frei. Außerdem treten Ochs und Esel im Halbrelief aus dem Hintergrund hervor. Weiter gibt eine männliche Figur rechts hinten bis heute Rätsel auf. Handelt es sich hierbei um die Figur des Altarstifters? Flankiert wird die Geburt Christi durch die Hll. Barbara und Agnes, zu erkennen an ihren klassischen Attributen, dem Turm für die Hl. Barbara, und dem Lamm für die Hl. Agnes.

Krippeleschaug’n: Jesuitenkirche

Die wohl wertvollste Haller Krippe, weil zweitälteste Barockkrippe Tirols (1609), ist von FR bis SO jeweils von 11 bis 18 Uhr in der Jesuitenkirche am Stiftsplatz zu sehen. Sie befindet sich in der linken Seitenkapelle (2. Hälfte 17. Jh.), welche dem Hl. Franz Xaver geweiht ist. Die Krippe wird alle Jahre wieder von der Haller Sakramentsgarde, den „Partisanern“, aufgestellt. Die dem Pestheiligen geweihte Kapelle wurde in ihren Maßen sogar nach der Krippe konzipiert, welche auf eine Stiftung durch die Marianische Kongregation der Herren und Bürger zurückzuführen ist.

Holzkopf statt Wachskopf

Die Heilige Familie stellt die älteste Figurengruppe dar und datiert in die Ursprungszeit der Stiftung. Besonders ist der Umstand, dass das Jesukind und die Köpfe von Maria und Josef aus Wachs geschaffen wurden. Der Kopf des Hl. Josef ging allerdings 1890 zu Bruch und wurde durch einen hölzernen ersetzt. Die Krippe besteht aus insgesamt 17 bekleideten Figuren und dem Jesukind. Aufwändig sind vor allem die barocken Gewänder der drei Engel. Selten ist auch die Darstellung von Ministranten, die sich um einen Hohepriester scharen. Der Umstand, dass die Dienerschaft kleinfigurig gehalten ist, hat weniger mit der Aufstellung bzw. Platzierung der Figuren innerhalb der Szenerie zu tun als vielmehr mit ihrer geringer eingeschätzten Bedeutung zu tun. Umso prächtiger und größer sind die Figuren der Heiligen Drei Könige ausgefallen!

Der Haller Kunstmaler und Restaurator Franz Xaver Fuchs gestaltete 1938 den Hintergrund der Krippe und passte ihn der Gewölbesituation der Kapelle an. Weiter war er selbst treues Mitglied der Marianischen Kongregation.

Fein, dass ihr im ersten Teil dabei wart. Im zweiten Teil von unserem virtuellen Krippeleschaug’n entführen wir euch in die beiden Dörfer Thaur und Absam.

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Hall erzählt Geschichte(n) – Teil II

Mo, 01/04/2021 - 09:00
Sigmund der Münzreiche und sein weltberühmter Guldiner

Durch den sogenannten Hofratsgarten spazieren wir zum Unteren Stadtplatz, wo Sigmund der Münzreiche uns schon von weitem begrüßt.

Rudolf Reinhart (1897-1975), ein aus Steyr in Oberösterreich stammender Spenglermeister, studierte im zweiten Bildungsweg an der Akademie der Bildenden Künste in Wien bei Professor Anton Hanak. Er hat die Plastik auf der Brunnensäule des Platzes im Jahre 1933 geschaffen. Die Figur des Tiroler Landesfürsten ruft uns die für Hall so wichtige, historische Persönlichkeit des Sigmund des Münzreichen in Erinnerung: Im Jahre 1477 lässt der Regent aus dem Hause Habsburg die Münzprägestätte von Meran nach Hall verlegen.

Schwaz, die „Mutter aller Bergwerke“, lag näher bei Hall und war zumindest über den Flussweg leichter zu erreichen. So wurde Schwazer Silber nach Hall getreidelt: Flache, von Pferden gezogene Boote (Zillen, Plätten) transportierten das kostbare Edelmetall in drei mühevollen Tagesetappen vom größten Silberbergwerk Europas zur Kopfstation der Schifffahrt bzw. des Flusstransports nach Hall, wo es zu Guldinern verprägt wurde. Die erste Großsilbermünze oder der erste Taler der Welt, Jahrhunderte später auch Namensgeber des amerikanischen Dollars, sollte um die Welt gehen. Die heutige Burg Hasegg war unter Sigmund zu einer geschlossenen Burganlage ausgebaut worden. Noch heute erinnert der qualitätsvolle, von Niklas Türing geschaffene Wappenstein aus Sandstein über dem Münzertor daran (1489).

Reinharts Spuren in Hall

Oft unbemerkt bleibt die Fortsetzung der Inschrift am Sockel der Brunnenfigur auf der Rückseite: Rudolf Reinhart, dem es als „Zuagroasten“ im Hall der Zwischenkriegszeit an Aufträgen mangelte, musste seine Nachbarn um Geld anbetteln. Seine persönliche Rache am Haller Bürgermeister ist wie folgt ausgefallen: Herzog Sigmund D. Münzreichen schaffte (!) I. Jahre 1933 Rudolf Reinhart D. Münzarme

Erst viel später erteilte die Stadt Hall dem Kunsthandwerker Aufträge im öffentlichen Raum: Sechs Gassenschilder (1958) sowie die Brunnenfigur Erzherzogin Magdalenas am Stiftsplatz (1952) stammen aus der Hand desselben Künstlers, der im Jahre 1932 sogar die Weltausstellung in Paris gewonnen hatte (Hl. Christophorus). Auch der Löwe über dem Salzburger Festspielhaus ist ein Werk Rudolf Reinharts. Zudem erinnern zahlreiche Geschäftsschilder in der Stadt an den Wahlhaller, der am Haller Friedhof 1975 seine letzte Ruhestätte gefunden hat. Sein zu Lebzeiten selbst gestaltetes Grab, das den Menschen als Skelett zeigt und sinnbildlich für die Vergänglichkeit des Lebens steht, sticht sofort ins Auge.

Die zwei ältesten Gassen der Stadt

Vom Unteren Stadtplatz aus öffnet sich unser Blick in die zwei ältesten Gassen der Stadt: die Salvatorgasse, einst Marktgasse genannt, weil die Bauern mit ihren Fuhrwerken hier durchzogen, um ihre Feldfrüchte in der Stadt zu verkaufen. Und die Schmiedgasse, die wie der Name schon sagt, die eiserne Zunft der Schmiede beherbergte. Werkstatt war hier an Werkstatt gereiht, nicht nur Huf-, auch Wagenschmiede führten hier ihr Handwerk aus. Noch heute erinnern alte Reitersteine daran, dass die Rösser zum Beschlagen in der Gasse festgebunden waren. Das Beschlagen der Pferde war wichtig, waren die Gassen im Mittelalter meist morastig. So muss man sich das Niveau der Gassen vor Jahrhunderten um einiges niedriger vorstellen, wovon die scheinbar tiefliegenden Haustüren heute noch Zeugnis ablegen. Kanalisation und Pflasterung haben das Niveau der Gassen um einiges erhöht.

Die Geschichte des Fasserrössl

Wichtige Kunden der Hufschmiede waren die Fassbinder oder kurz Fasser genannt. Diese Zunft war über Jahrhunderte eine sehr reiche ihrer Art. Viele Waren wurden in Fässern gelagert und vor allem transportiert, wie zum Beispiel das kostbare Weiße Gold sowie Wein und Bier. Eine Obere, Mittlere und sogar Untere Fassergasse (heute Amtsbachgasse) gab es westlich der Altstadt und des Stadtgrabens. Der Bedarf an Fässern war groß, es bedurfte jahrhundertelang immer wieder neu hergestellter Behältnisse. Waren die Fässer einmal verkauft, waren sie auch “verloren”. Recycling gab es im Mittelalter ja noch keines. Das Fasserrössl, ein alter Haller Brauch, der in Hall heute nur noch am Rosenmontag im Innenhof des Rathauses zur Aufführung gelangt, erinnert noch an die Bedeutung der reichen Fasser. Zu viele Schäden hat es jedoch in Gaststuben und Wirtshäusern durch die wilden, „eisernen“ Gesellen gegeben. So wurde während der Aufführung meist einem der (prominenten) Zuschauer ein glühendes Hufeisen auf die Schuhsohle genagelt (!):

Der Fassbinder bzw. Reiter auf seinem (hölzernen) Ross wird von einem Fütterer und dem Wirt begleitet. Schmiedemeister, Gesellen und Lehrbuben bemühen sich vergeblich, das Ross zu beschlagen. Immer wieder geht es durch, es herrscht ein wildes Treiben, ein Schauspiel für alle Schaulustigen, die diesem bunten Treiben folgen. Die Schmiede stürzen zu Boden und laufen dem Ross nach, um es wieder einzufangen. Typisch ist vor allem auch der raue Umgangston, den Meister, Geselle und Lehrbub untereinander„pflegen“.

Im nächsten Teil unserer Serie spazieren wir über die Schwaighoferstiege zum Stiftsplatz, der ehemaligen Burg Sparberegg. Auch dort warten spannende Geschichten auf uns!

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Neujahrs-Entschuldigungskarte 2021: Sinn- und kunstvoll schenken!

Mi, 12/23/2020 - 08:42
Die Neujahrs-Entschuldigungskarte 2021

Die Neujahrsentschuldigungskarte als Tradition zu Neujahr verbreitete sich in der Österreichisch-Ungarischen Monarchie und in Bayern seit 1814. Sie sollte damals von der lästigen Verpflichtung entbinden, zum Neujahr persönlich gratulieren zu müssen. Jährlich gestalten sie regionale Künstlerinnen und Künstler. Sie wird dann zum festgelegten Preis von EUR 100.- einem guten Zweck zugeführt. Die in Hall lebende Künstlerin Barbara Fuchs hat die Haller Neujahrs-Entschuldigungskarte 2021 gestaltet. Die Auflage ist wie jedes Jahr mit 200 Stück streng limitiert.

Technische Details zur Karte:

Es handelt sich um einen zweifärbigen Holz-Linolschnitt auf Bütte Rosaspina 220 gr von Fabriano, Blattgröße: 25 x 35 cm mit einseitigem Büttenrand und Wasserzeichen, Auflage 200, nummeriert und signiert.

Der Holzschnitt ist in grau gehalten, darüber wurde in schwarz der Linolschnitt mit der eigentlichen Zeichnung gedruckt.

Thema der diesjährigen Neujahrs-Entschuldigungskarte

Das Thema der Karte greift dem großen Jubiläum im kommenden Jahr 2021 vor: Dann nämlich feiert die Salinenmusikkapelle Hall ihr 200jähriges Bestandsjubiläum. Die ehemalige Salinenstadt Hall (bis 1967) steht in enger Verbindung zu einer der meistverehrten Bergheiligen, der Hl. Barbara von Nikomedien. Sie ist daher auch die Schutzpatronin der Salinenmusik.

Die 29 Knöpfe der Hl. Barbara

Die Legende erzählt, dass Barbara aufgrund ihres christlichen Glaubens vom eigenen Vater in einen Turm gesperrt wurde. Wie durch ein Wunder hätten sich drei Fenster aufgetan und die junge Frau konnte fliehen und sich voerst in eine Berghöhle retten. Dann aber verrät ein Hirte, der alles beobachtet, die junge Christin. Daraufhin wird Barbara dem Vater ausgeliefert, gefoltert und schließlich enthauptet. Turm, Schwert und Kelch sind die Attribute der Heiligen, die ihren Märtyrertod im Alter von nur 29 Jahren (!) erlitt. Der Festtag der Heiligen Barbara ist der 4. Dezember. Bis heute werden Barbarazweige (Kirschzweige) am selben Tag geschnitten und verschenkt. Meist erblühen die Zweige am Heiligen Abend und gelten als Glücksbringer für das Neue Jahr.

Die Uniform der Haller Salinenmusik ist mit 29 Knöpfen versehen und entspricht demnach den 29 Lebensjahren der Heiligen Barbara. In Hall erinnert uns noch heute einiges an diese für die Region wichtige und beliebte Bergheilige. Die Barbarasäule am Eingang des Salinenparks ist ein Denkmal, das an 700 Jahre Bergbau erinnert: Knappen vom Silbernen Hansl im Karwendelgebirge stifteten sie als Geschenk an ihre Kollegen, die Knappen im Halltal. Würfel bzw. Kapitell und Sockel der Säule sind noch original aus dem Jahre 1486 erhalten, und die einst eingestürzte Säule wurde anlässlich der 600-Jahr-Feier der Stadt Hall 1903 erneuert.

Ein soziales Geschenk

Der Reinerlös dient wie jedes Jahr einem guten Zweck. Es werden heuer Frizzey Light in Nepal unterstützt, außerdem die Vinzenz-Vereine in Hall, Absam, Mils sowie Thaur .

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Hall erzählt Geschichte(n)

Di, 12/22/2020 - 09:07
Hall in einer besonderen Weihnachtszeit

Die einzigartige Weihnachtsbeleuchtung in den Gassen und auf den Plätzen, Christbäume da und dort und liebevoll dekorierte Schaufenster mit ganz besonderen Geschenksideen lassen auch in diesem Jahr die Herzen all jener höher schlagen, die in vorweihnachtlicher Stimmung etwas ganz Besonderes suchen.

Hall IST besonders. Die Stadt ist nicht nur Einkaufsparadies für all jene, die Einkaufszentren trotzen und kleine Geschäfte bevorzugen und fördern. Hall erzählt Geschichte(n). Auf einem Rundgang durch die Stadt kann diesen Geschichten und Anekdoten noch immer nachgespürt werden.

Unser Stadtrundgang beginnt…

Vom Unteren Stadtplatz zum Münzerturm

Idealer Ausgangspunkt für einen abendlichen Rundgang ist das Tourismusbüro am Unteren Stadtplatz 19. Im Eingangsbereich des gläsernen Kubus liegen Stadtpläne zur allgemeinen Orientierung für Nicht-Ortskundige auf. Gleich hier geht´s los! Der Münzerturm, Halls Wahrzeichen leuchtet schon von Weitem. Der markante, zwölfeckige, 45 Meter hohe Turm überstrahlt das ehemalige Salinenareal. Hier beim ehemaligen „Pfannhauseck“ (Burg Hasegg) wurde jahrhundertelang Sole versotten, zuerst in frei stehenden Pfannen, dann in Sud- oder Pfannhäusern, zuletzt im heutigen Medienturm, wo sich bis zur Stilllegung des Bergbaus im nahegelegenen Halltal (1967) eine Thermokompressionsanlage befand. Das mit Wasser im Halltal gelaugte Salz wurde als gesättigte Sole vom Berg ins Tal geleitet, floss durch eine fast 10km lange Holzrohrleitung nach Hall, um in der Saline verkocht bzw. -sotten zu werden. Unmengen an Holz wurden aus dem Oberinntal nach Hall getriftet, im Holzrechen (seit 1307) aufgefangen und zu den Pfannen bzw. später Pfannhäusern verbracht. Noch heute werden die Stadtteile westlich und östlich des Rechens, dessen Reste gerade jetzt in der Winterzeit im Inn zu sehen sind, Obere und Untere Lend (ursprünglic “Lände”) genannt. Im 19. Jahrhundert sollte Holz als wichtigster Engergielieferant durch Kohle aus Bad Häring abgelöst werden, im 20. Jahrhundert wurde die Versiedung elektrifiziert (s.o.).

Unsere erste Geschichte:

Der Sage nach haben Jäger im Halltal vor rund 700 Jahren beobachtet, dass das Rotwild, welches seinen Durst in Lachen rund um den Wildanger löschte, besonders gut gedieh. Als die Waidmänner einmal das Lagerfeuer mit Quellsole aus eben diesen Lachen löschten und die funkelnden Salzkristalle auf den die Feuerstelle umgebenden Steinen sahen, wurden sie neugierig. So wurden schon im 13. Jahrhundert unter der fachmännischer Leitung von Ritter Nikolaus von Rohrbach erste Stollen in den Wildanger vorgetrieben und das später genannte „Weiße Gold“ entdeckt, welches der Stadt Hall großen Reichtum bescheren sollte.

Der Münzerturm

Der Erste Taler der Welt wurde hier 1486 geprägt! Eine Großsilbermünze aus Schwazer Silber, die um die Welt gehen sollte. Noch heute kann man hier tagsüber der Vergangenheit nachspüren und im gleich mehrfach ausgezeichneten Museum Münze Hall eine spannende Zeit verbringen. Ein Erlebnis für Alt und Jung!

Wir spazieren südlich des Münzerturms über das Münzertor in den Innenhof der Burg Hasegg, die im 15. Jahrhundert unter den Habsburgern zu einer geschlossenen Befestigungsanlage ausgebaut wurde. Noch heute erinnert der qualitätvolle Wappenstein über dem Münzertor an Sigmund den Münzreichen, der im Wesentlichen für den Ausbau der Anlage im Jahre 1489 verantwortlich zeichnet. Kein geringerer als der Hofsteinmetz der Habsburger, Niklas Türing, wurde für die Ausführung des aus Sandstein gefertigten Wappensteines beauftragt. Der Blick durch Halls noch einzig erhaltenes Stadttor auf den Turm der Pfarrkirche St. Nikolaus und das Karwendel im Hintergrund ist atemberaubend! Bei Tag und bei Nacht.

Ständiger Wegbegleiter, der Heilige Johannes Nepomuk

In der auf der Nordseite des Innenhofs befindlichen Wandnische treffen wir auf einen Heiligen, der hierzulande omnipräsent ist. Wer kennt ihn nicht, den Heiligen mit Birett, Hermelinschultermantel und Kreuz in der Hand, meist einen Zeigefinger auf seine Lippen gelegt? Johannes Nepomuk wird spätestens seit seiner Heiligsprechung 1729 als Schutzpatron der Brücken und der Schifffahrt verehrt. Im Alter von nur 43 Jahren musste Johannes Nepomuk sein Leben lassen, im Auftrag König Wenzels gefoltert und von der Karlsbrücke in Prag in die Moldau gestürzt. Er hatte das Beichtgeheimnis gewahrt, die Beichte der Königin und Gemahlin Wenzels für sich behalten, deshalb auch der Fingerzeig. Fünf Lichter sollen das Haupt des im Fluss treibenden Leichnams umgeben haben, ein Symbol für das lateinische TACUI (fünf Buchstaben): „Ich habe geschwiegen“.

Der Prager Dichter Rainer Maria Rilke schrieb:

„… Aber diese Nepomuken!
Von des Torgangs Luken gucken
und auf allen Brucken spuken
lauter, lauter Nepomuken!”

Der in Pomuk im heutigen Tschechien geborene Jurist und Generalvikar und damit hohe kirchliche Würdenträger im Prag des 14. Jahrhunderts ist in Hall allgegenwärtig: Wertvolle Fresken Josef Adam Mölks in Johannes- und Pfarrkirche und die Nepomukkapelle in der Unteren Lend am Inn, der einzige steinerne Altar der Haller Pfarrkirche (südliches Seitenschiff) rufen uns die Bedeutung des Heiligen stets in Erinnerung und stellen einen Bezug zur Haller Geschichte her. Viele Jahrhunderte hindurch war Hall Schauplatz von Überschwemmungen zur Zeit der Schneeschmelze. Erst die Errichtung eines Dammes am Nordufer des Inn (1950er Jahre) sollte die Stadt vor weiteren Hochwassergefahren und Überschwemmungen bewahren.

Schon bald gibt es weitere Geschichten und Anekdoten: Unser Spaziergang führt uns weiter von der Burg Hasegg zum Stiftsplatz. Besuchen Sie uns wieder und erfahren Sie u.a. Wissenswertes über das Schweizer Christkindl und seine magische Ausstrahlung!

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Alte Weihnachtstradition versus Popmusik

Mo, 12/21/2020 - 08:24
Herzgluat – junge Erfolgsband aus Tirol mit traditionellen Werten

Mutter Sonja und ihre drei erwachsenen Kinder Tabea, Jakob und Nora-Marie von der Tiroler Band Herzgluat sind auf Erfolgskurs. Im Frühjahr 2020 haben sie ihre erste CD unter dem Titel „Mei Zeit“ veröffentlicht und jetzt ein ganz besonderes Weihnachtslied zum alten Brauch der Rauhnächte. Dass vermehrt junge Menschen auf alte Traditionen wert legen und diese auch aktiv gestalten, berührt mich sehr. Viele von uns fühlen auf eine ganz persönliche Weise, dass die Zeit zwischen Weihnachten und Dreikönig eine andere Zeit ist. Sei es, weil man mehr zu Hause ist und die Zeit mit Familie und Freunden genießt. Wir fühlen uns irgendwie „weihnachtlich“ und jeder von uns hat gewisse Rituale, die Halt geben. So ähnlich erging es unseren Vorfahren. Sie konnten sich nun von der Arbeit ausruhen, saßen zusammen in den warmen Stuben und erzählten sich Geschichten und Märchen.

Wie das Lied “Rauhnacht” entstanden ist und warum das Video ausgerechnet in der charmanten Altstadt von Hall gedreht wurde, verrät mir Sonja in einem Interview.

Sonja, kannst du uns mehr über die Idee zu eurem neuen Lied Rauhnacht erzählen?

Ganz zu Beginn der Entstehung des Titels „Rauhnacht“ stand ein Gefühl.
Nämlich das Gefühl einer undefinierbaren, fast mystischen Ruhe, welches  sich durch die verschärfenden Corona-Maßnahmen ganz tief drinnen eingestellt hatte. So entstanden zunächst die ersten Zeilen des Liedes. Aber schon bald wurde uns klar, dass unser Bedürfnis weiter reichte, als mit dem entstehenden Lied nur diese „neue Stille“ zu beschreiben. Die Sehnsucht nach dem Neuen, das hinter dem Ganzen bereits wartet und die Chance, diese Ruhe positiv zu nutzen, wurde dann der eigentliche Motor zu diesem Titel.
Die Rauhnächte stehen genau für diese Sehnsüchte: Die Sehnsucht nach Erneuerung, die „alten Geister vertreiben“, die uns in unserem Fortkommen behindern und den Blick auf das Kommende gerichtet halten. Von jeher haben die Menschen diese Bräuche und Rituale beim Übergang vom alten in das neue Jahr weitergetragen. Selbiges möchten auch wir mit unserem Lied vermitteln!

Warum hat sich Herzgluat für den Videodreh unsere Altstadt ausgesucht?

Hall ist einzigartig und besitzt einen wunderschönen mittelalterlichen Stadtkern, der in ganz Nordtirol kaum zu finden ist. Da wir mit unserem Video ein Gefühl von Mystik und gleichzeitiger Schönheit vermitteln wollten, erschien uns die Altstadt von Hall sehr passend. Das Video wurde in der Zeit des ersten Lockdowns gedreht. Dadurch konnten wir die Atmosphäre einer völligen Ruhe einfangen. 

Lebt ihr die Rauhnächte aktiv in eurer Familie?

Ja, die Rauhnächte haben in unserer Familie einen wirklichen Stellenwert. Es gibt 3 fixe Tage, an welchen der Weihrauch in unser Familienleben Einzug hält. Das ist zum einen der Heilige Abend. Schon beim Aufstehen und Einheizen des Kachelofens wird an diesem Tag der Weihrauch auf dem Herd verbrannt. Somit wissen alle: Heute ist Heiligabend!
Nach der Bescherung bzw. der Christmette geht die gesamte Familie gemeinsam mit der Weihrauchpfanne durch alle Zimmer des Hauses. Es ist ein Zeichen der Reinigung und Erneuerung in dieser besonderen Nacht.  Am Neujahrstag sowie an Dreikönig (der 6. Jänner ist übrigens der Geburtstag von unserem Sohn Jakob) wird ebenfalls Weihrauch auf dem Herd verbrannt, so dass es im ganzen Haus „himmelet“ – wie es die Kinder, als sie noch klein waren, immer bezeichneten.

Wie wird in eurer Familie das Weihnachtsfest begangen?

Es gibt einige Rituale an Weihnachten, welche in unserer Familie immer gleichbleibend gepflegt werden. Dazu zählt vor allem das Aufstellen der alten Familienkrippe am 23. Dezember. Die Figuren kommen dann im Laufe des Heiligen Abends hinzu. Nur das Christkind wird erst beim gemeinsamen Lesen des Weihnachts-Evangeliums in die Krippe gelegt. Früher, als die Kinder noch klein waren, gab es dazu eine kleine Lichterprozession. Unser Christbaum wird immer erst am frühen Nachmittag geschmückt. Die Stube wird bis zur Bescherung dann nicht mehr betreten. Vor der Bescherung ist das gemeinsame Essen noch ein wichtiger Fixpunkt. Genau wie früher steht bei uns traditionell die Nudelsuppe am Menüplan. Ergänzt wird dies mit kalten Platten.
Und was bei uns natürlich nie fehlen darf, ist die Musik! In den letzten Jahren haben wir vor der Bescherung für die Obdachlosen in Innsbruck Musik gemacht. Es waren eine unserer schönsten und stimmigsten gemeinsamen Weihnachtserfahrungen als Familie! Der Weihnachtsbesuch bei Oma, sowie das traditionelle “Gansl-Essen” sind dann die wesentlichen Elemente des 1. Weihnachtsfeiertages am 25.Dezember.

Gerne hätte ich das Interview persönlich geführt, um noch mehr, über die Familie Baumann und ihre Musik zu erfahren. Es ist schön zu hören, dass es für viele Familien in Tirol noch echte Weihnachtstraditionen gibt, die weit weg sind von Konsum und Hektik sind! Einfach Weihnachten wie es früher war …

Die Rauhnächte – ein alter Tiroler Brauch

Früher war es undenkbar, nicht nach den Regeln der Natur zu leben. Dies spiegeln Brauchtum und Tradition wider. Unsere Kultur ist vom christlichen Glauben geprägt – so auch die Zeit der Rauhnächte zwischen Weihnachten und Dreikönig.

Woher kommt der Name Rauhnacht?

Der Begriff leitet es sich von „rauch“ ab und damit ursprünglich von einem Begriff für „behaart, pelzig, von Fell bedeckt“. Unsere Vorfahren bezogen sich dabei auf die Felle, die die Perchten trugen. Zugleich bezieht sich „rauch“ auf den uralten Brauch des Räuchern, um böse Geister zu vertreiben: Die verschiedenen Harze und Kräutern dafür wurden meistens im Sommer bzw. Herbst gesammelt.

Wann sind die Rauhnächte?

Es gibt unterschiedliche Auffassungen darüber, welche Tage und Nächte tatsächlich die Rauhnächte sind. Meist handelt es sich aber bei den Rauhnächten um die zwölf Weihnachtstage, vom ersten Weihnachtstag (25.12.) bis Dreikönig (6.1.). Nach einer anderen Zählweise beginnen die Rauhnächte bereits am Thomastag (21.12.). Dies ist gleichzeitig die Wintersonnwende und somit der kürzeste Tag des Jahres.

Für die Bauern waren die zwölf Rauhnächte bestimmend für das Wetter der kommenden zwölf Monate. Die wichtigsten Rauhnächte sind:

20./21. Dezember – Thomasnacht

24./25. Dezember –  Heiliger Abend, Christnacht

31. Dezember / 1. Jänner – Silvester

5./6. Jänner – Dreikönig

Begleiten Sie uns 2021/22 auf eine Reise durch diese mystische Zeit zwischen den Jahren. Bei einem Spaziergang durch die Haller Altstadt erfahren Sie mehr über die Rauhnächte, Bräuche, Rituale und Geschichten über die „Wilde Jagd“ und andere Gestalten, die während dieser Zeit ihr Unwesen auf Erden treiben. Gemeinsam erfahren wir bei einem kleinen Räucherseminar im Stiftsgarten, wie sich die Rauhnächte in unserer Zeit leben lassen. Die Termine kommunizieren wir auf unserer Homepage!


Der Beitrag Alte Weihnachtstradition versus Popmusik erschien zuerst auf Region Hall-Wattens Blog.