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Neuigkeiten und Interessantes aus Tirol
Aktualisiert: vor 14 Minuten 21 Sekunden

Kids on tour: Im Fahrradanhänger durch das wilde Naturjuwel Vomperloch

Mi, 09/26/2018 - 14:07

Gerade ist die UCI Straßenrad WM voll im Gange und zahlreiche Radfans erfreuen sich an diesem einzigartigen Großevent. Immer mehr wird das Fahrrad sowohl im Alltag als auch in der Freizeit zu einem beliebten Sportgerät. Dennoch: für (Klein)Kinder sind lange Strecken natürlich anfangs noch nicht machbar. Was tun also, wenn Eltern trotzdem ihrem Lieblingshobby nachgehen und eine längere Radtour möchten? Ganz einfach: ein Fahrradanhänger muss her. Wenn man nicht schon selbst in Besitz eines Anhängers ist, kann man diesen auch ausleihen, so zB bei „Die Börse Innsbruck“.

Heute geht es mit den Kindern in den Naturpark Karwendel, genauer gesagt von Gnadenwald hinauf zur Hinterhornalm, über die Walderalm und Ganalm hinab ins Vomperloch und wieder retour zum Ausgangpunkt.

Angekommen am Beginn der asphaltierten Mautstraße hinauf zur Hinterhornalm parken wir hier unser Auto. Die heutige Strecke befahren wir mit den E-Bikes, denn zwei Kinder mit einem Gesamtgewicht von fast 25 kg den Berg hinauf zu ziehen ist ohne elektrische Hilfe (fast) unmöglich. Nachdem der Fahrradanhänger am Bike hängt und die Kinder darin verstaut sind, beginnt die Radtour.

Immer wieder erleben wir fantastische Ausblicke hinab ins Inntal. Die herbstliche Luft ist schon etwas kühler als noch die Tage zuvor, doch zum „Radln“ wirklich angenehm. Kaum zu glauben, dass auf dieser doch recht steilen Asphaltstrecke (teilweise bis zu 14% Steigung!) jedes Jahr unzählige Teilnehmer beim beliebten Radrennen, der Hinterhornchallenge mitmachen.

Oben angelangt, dürfen sich die Zwillinge erstmal die Beine vertreten und wir schieben die Räder ein Stück. Der nun beginnende Schotterweg verläuft fast gerade in Richtung Walderalm. Nur am Ende gibt es eine kurze Steigung, dann erreicht man das traumhafte Plateau und kommt erst einmal aus dem Staunen gar nicht heraus. Eingebettet im Naturpark Karwendel – übrigens das größte Naturschutzgebiet Österreichs – sind wir von der einzigartigen und jetzt im Herbst noch klareren Bergkulisse einfach sprachlos. Diesen Ort möchte man am liebsten nie mehr wieder verlassen! Daher beschließen wir, so viel Zeit als möglich hier zu verbringen und essen auf der Alm zu Mittag.

Die Aussicht genießen bei Knödel und Käs‘

Auf der großen Sonnenterrasse genießt man Tiroler Köstlichkeiten wie sauren Graukäse, hausgemachte Kas- und Speckknödel oder ein Wiener Schnitzel mit Kartoffelsalat. Den Wirten ist es wichtig, nur einheimische Produkte zu verwenden und alles frisch zu kochen. 2017 wurde die Walderalm übrigens Sieger bei der Suche nach den bestem Kaspressknödel in Tirol.

Die Zeit nach dem Mittagessen nützen wir dann noch, um die Gegend ein bisschen zu erkunden und die ein oder andere Klettermöglichkeit auszuprobieren. Oberhalb der Alm liegt eine modern gestaltete Kapelle, von dessen Innenbereich man einen traumhaften Blick hinab zur Alm und auf das Karwendelgebirge hat. Errichtet wurde die sogenannte Maria-Schutz-Kapelle im Jahre 1965.

Gestärkt und auch etwas müde geht es jetzt weiter in Richtung Ganalm. Einem kleinen Nickerchen steht nichts im Wege, denn im Anhänger ist man mit allem gut versorgt!

Von der Ganalm zum Vomperloch

Die urige Ganalm befindet sich mitten im Vomperloch. Ganz anders als auf der Walderalm, wo die Landschaft eher lieblich ausfällt und man auf der Alm kaum einen Sitzplatz bekommt, hat die Gegend rund um die Ganalm ihren einsamen und rauen Charakter bewahrt.

Sie hat während der Sommermonate, wenn die Tiere auf der Alm sind, geöffnet und wird einfach bewirtschaftet. Bei schönem Wetter ist sie in der Vor- und Nachsaison auch an den Wochenenden geöffnet. Direkt neben der gemütlichen und von Bäumen beschatteten Almterrasse befindet sich eine kleine Holzkapelle. Ein Blick ins Innere des Sakralraumes ist sehr empfehlenswert, denn es ist hier ein einfacher, aber wunderschön gestalteter Flügelaltar zu sehen.

Durch das Vomperloch geht es hinab zur Landesstraße. Immer wieder sind wir sprachlos ob der wilden Schönheit, die dieses 15 km lange Seitental des Inntals zu bieten hat. Der Vomperbach, welcher dieses Tal durchfließt, hat sich schluchtartig in den Talgrund eingeschnitten. Er transportiert viel Schotter hinab zum Talausgang, wo dieser abgebaut wird. Kleine Bächlein und Wasserfälle, schroffe und steil abfallende Felsen sowie die herbstliche Landschaft „zwingen“ uns immer wieder stehen zu bleiben, um dieses Naturjuwel direkt vor unserer Haustüre zu bewundern.

Nach 22 km und ca. drei Stunden reiner Fahrzeit gelangen wir wieder an den Ausgangspunkt zurück. Eine lohnende Radtour mit vielen Höhepunkten, die uns allen sehr gut gefallen hat – und ideal für Fahrten mit dem Fahrradanhänger!

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rundumTHAUR: Neue Ausstellung im Romediwirt

Do, 09/20/2018 - 13:51

Im Romediwirt in Thaur kann man nicht nur ausgezeichnet essen und trinken – seit kurzem ergänzt eine interessante neue Ausstellung die Vorzüge des Ausflugsgasthofes: „rundumTHAUR“.

Im Obergeschoss des neu erbauten Gebäudes wandert man in abwechslungsreich gestalteten Räumlichkeiten durch 6000(!) Jahre Siedlungsgeschichte in Thaur, zur Thaurer Burg und dem Dorfpatron von Thaur, dem Heiligen Romedius. Außerdem erfährt man mehr über die geheimnisvollen Eulen, die das Gebiet „rundumTHAUR“ besiedeln.

6000 Jahre Menschen in Thaur

Schon in der Jungsteinzeit war Thaur ein beliebter Siedlungsraum. Besonders interessant, aber auch berührend ist zu sehen, dass die Menschen schon in frühen Zeiten Freude an Dingen wie Schmuck, Zierbeschlägen oder schön verzierten Ofenkacheln hatten.

Auch weniger friedliche Gegenstände sind ausgestellt, wie zum Beispiel das Panzerhemd eines Ritters aus dem Mittelalter.

500 Jahre altes Panzerhemd

Besonders interessant sind auch die Mauerreste einer vermutlich ottonischen Burganlage am Kiechlberg, die über 1000 Jahre alt ist. Es dürfte sich hier überhaupt um die erste Burganlage im gesamten Tiroler Raum handeln.

Einer, der auf  Bären reitet

Der Heilige Romedius ist der Sage nach auf einem Bären nach Trient geritten.

Der Heilige Romedius ist in Thaur allgegenwärtig. Nicht nur als Dorfpatron, der der Legende nach auf einem wilden Bären zum Bischof von Trient gereist ist, sondern auch als Namensgeber für die zahlreichen „Romeds“ des Dorfes. Der für viele speziell klingende Vorname wird in dieser Häufigkeit nur in diesem Ort gegeben – aber dafür seit Generationen! In der Ausstellung wird kurzweilig erklärt, was es mit dem Heiligen Romedius auf sich hat und vor allem, wieso er trotz intensiver Recherchen stets ein Mysterium bleiben wird.

Bereits im 17. Jahrhundert wurde ausführlich über den Dorfheiligen berichtet.

Es „uhut“ im Karwendel

Der Naturpark Karwendel hat die Gestaltung des Schwerpunktes „Eulen“ übernommen, von denen es rund um den Gasthof und im gesamten Gebiet des Naturparks sehr viele gibt. Dabei gibt es auch erfreuliche Nachrichten: Wusstet ihr, dass sich der Bestand von der größten heimischen Eule, dem Uhu, wieder erholt hat? Er gilt zurzeit nicht mehr als gefährdet. Dies ist umfangreichen Schutzbemühungen zu verdanken.

Der grimmige Blick täuscht: Die Population des Uhus in Österreich hat sich zum Glück wieder erholt.

Interaktiver Outdoor-Rundgang

Die Entdeckungsreise kann im Freien fortgesetzt werden: Hier geht man mithilfe einer kostenlosen „rundumTHAUR“ – Smartphone-App auf eine vertiefende Entdeckungsreise zu den Themen, die im Schauraum präsentiert werden. Kindern erklärt der lustige „Knappe Kunibert“, was auf der Burg damals alles passiert ist.

Info zur Ausstellung „rundumTHAUR“ im Obergeschoss des Romediwirts

Dienstag bis Sonntag von 10 bis 18 Uhr

Barrierefreier Eingang auf der Hinterseite des Hauses

Eintritt kostenlos

 

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Kreatives Gemüse: WM-Salatfeld in Thaur

Fr, 09/14/2018 - 14:32

Wenn ihr öfters auf der Strecke von Absam nach Thaur unterwegs seid, habt ihr es vielleicht schon gesehen: Da wächst was – und zwar das kreative WM-Salatfeld!

Es sind sage und schreibe 60 000 Salatköpfe, die eine Willkommensbotschaft für die UCI Straßenrad WM 2018 bilden und damit ZuschauerInnen aus aller Welt begrüßen.

Lollo Rosso- und Kopfsalat bilden zusammen den originellen Schriftzug.

Romed Giner, seines Zeichens Ortsbauernobmann von Thaur, erklärt, wieso das WM-Salatfeld perfekt zum Ort passt: „Die Anbauflächen rund um Thaur werden nicht umsonst der „Gemüsegarten Tirols“ genannt“, schmunzelt er. Die Thaurer Bauern haben mit Unterstützung des Tourismusverbands Region Hall-Wattens das Projekt umgesetzt.

Weiter erklärt er, wieso das Gemüse aus Thaur so besonders gut schmeckt: „Hier wachsen über sechzig verschiedene Gemüsesorten, die ausschließlich mit klarem, sauberem Gebirgswasser bewässert werden.“

Wir Einheimischen wissen, dass Obst und Gemüse aus der Heimat einen besonderen Stellenwert hat. Aber auch für Gäste, die in unsere Region kommen, wird es immer wichtiger, zu wissen, dass ihr Essen auch im Urlaub regionaler Herkunft ist.

Alles zur Kulinarik in der Region

Über das Thaurer Gemüse

Die klimatischen Bedingungen sind auf den Thaurer Anbauflächen für Gemüse ideal: Eine ausgeprägte Temperaturdifferenz zwischen Tag und Nacht zusammen mit reichlich Licht ermöglichen ein gesundes Wachstum. Außerdem sind so viele wertvolle Inhaltsstoffe bei dem angebauten Gemüse enthalten – von Salat und Gurken über Paprika und Sellerie bis hin zu exotischen Gemüsesorten wie Artischocken oder Obst wie Melonen. Einen besonderen Stellenwert hat das Radieschen – ihm ist sogar ein eigenes Fest gewidmet!

Beim Radieschenfest, das alljährlich im April stattfindet, feiert man die erste Ernte. (c)Flatscher

Mehr Infos unter www.hall-wattens.at/wm-salat

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Abwechslungsreiche Radtour durch die Region Hall-Wattens

Do, 08/30/2018 - 15:21

Ihr wisst es wahrscheinlich schon: Unsere Region ist offizielle Startregion bei der UCI Rad WM in Tirol von 22. – 30. September 2018. Grund genug, sich selbst in den Sattel  zu schwingen – wie wäre es mit einer Radtour zu allen elf Orten der Region?

Wir starten unsere Tour in Wattens, dem östlichsten Ort der Region. Hier findet man eine der berühmteste Sehenswürdigkeiten Österreichs: Die Swarovski Kristallwelten. Sie sind auch Startort für zwei Rennen bei der Rad WM.

Rennradprofi Annemiek van Vleuten vor einem der Startorte der UCI Rad WM: Den Swarovski Kristallwelten.

In Wattens eröffnet außerdem im Herbst 2018 das neue „Museum Wattens“ mit einer interaktiven Ausstellung und interessanten Exponaten. Entlang des beliebten Innradwegs könnte man gemütlich weiterradeln – doch vorher fordert ein knackiger Anstieg die Wadenmuskeln: Um Wattenberg, das pittoreske Bergdorf zu erkunden, sind schon einige Höhenmeter zu überwinden. Belohnt wird man mit atemberaubenden Ausblicken auf das Inntal und die gegenüberliegende Karwendelkette.

Wattenberg – bekannt für seine bevorzugte Lage

Natur und Kultur nah beieinander

Wer es gemütlich angehen will, der fährt am besten nach Volders. Hier finden sich Natur und Kultur auf engstem Raum wie die bekannteste „Autobahnkirche“ Österreichs, die Karlskirche. Als Burgherr oder Freifrau kann man sich auf den historischen Schlössern Aschach und Friedberg fühlen.

An Prachtbauten wie Schloss Friedberg kommt man in Volders vorbei.

Zurück in Wattens radelt man gemütlich weiter Richtung Fritzens. Der Ort ist bekannt für seine Schnapsbrennerbetriebe sowie für den bunten Blumenschmuck, der im Sommer die Häuser des Dorfes ziert.

Fritzens, das Blumendorf am Karwendelgebirge

Nach dem kleinen Stopp startet man erfrischt zum nächsten Etappenziel:  Während man den Anstieg nach Baumkirchen meistert, wandern die Gedanken zu den Radprofis, die die Strecken mit bis zu 80 km/h absolvieren.

Dorfidyll pur in Baumkirchen

Zum Glück ist nicht das gleiche Tempo gefragt wie bei den Rennen  – als Genussfahrer bleibt einem so mehr Zeit, den charmanten Ort zu bewundern. Viel Vorstellungskraft ist nicht nötig, um zu erkennen, warum das Dörfchen schon in der Bronzezeit ein begehrtes Siedlungsgebiet war. Umgeben von saftigen Wiesen und Wäldern, genießt man an vielen Plätzen eine herrliche Aussicht auf das Inntal, das einem hier scheinbar zu Füßen liegt.

Rauf ins Karwendel

Jetzt geht es noch einmal ordentlich bergauf, auf das Hochplateau mit dem Ort, bei dem der Name Programm ist: Gnadenwald ist wirklich „begnadet“  – sei es ob der besonderen Lage, der atemberaubenden Natur oder der zahlreichen Kirchen und Kapellen. Für ambitionierte Radler führt eine serpentinenreiche Straße vom Ortsteil Sankt Martin hinauf zur Hinterhornalm.

Tipp: Wem es mit dem „normalen“ Bike zu anstrengend ist, leiht sich einfach bequem ein E-Bike aus.

Der Abstecher auf die Hinterhornalm ist anstrengend, wird aber mit einem wunderschönen Panorama belohnt.

Von Gnadenwald geht es entlang der offiziellen WM-Strecke dann Schlag auf Schlag: Auf Mils, einem liebenswürdigem Dorf, folgt sogleich Hall in Tirol, die bekannte Mittelalterstadt, das auch das Ziel der Radtour ist. Doch zuerst geht es weiter an den historischen Gebäuden und einladenden Geschäften, weiter nach Absam und Thaur.

Fahren auf der original WM-Strecke von Absam nach Thaur mit der Marienbasilika im Hintergrund

Während die Radprofis sicher keine Zeit haben, die ausladenden Gemüsefelder und die malerische Schlossruine in Thaur oder die imposante Wallfahrtskirche in Absam zu bewundern, hat man als Hobbyradler vielleicht sogar noch die Zeit, einen Abstecher ins Halltal zu machen. Es ist für Kletterer, Wanderer und Mountainbiker gleichermaßen Startpunkt für vielfältige Touren in den Naturpark Karwendel.

Wenn man dann, zurück in Hall, am Oberen Stadtplatz bei Kaffee und Kuchen sitzt, wird vielleicht bereits die nächste Tour geplant.

Kaffeepause in der Altstadt von Hall in Tirol

Ein mögliches Ziel: Tulfes am Fuß der Tuxer Alpen. In dem Dorf, das seinen bäuerlichen Charakter charmant bewahrt hat, kann man wunderbar aktiv ausspannen. Und ist dann bereit, wenn es wieder heißt: Auf die Plätze, fertig,- und rauf aufs Rad!

Tulfes: Lohnenswertes Ziel für Radausflüge

Alle Infos zum Radfahren und Mountainbiken gibt es unter: www.hall-wattens.at/bike

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Das geheimnisvolle Voldertal

Do, 08/23/2018 - 11:17

Das Voldertal versteht nicht zu protzen. Was das Tal bietet, stellt es nicht in die Auslage. Doch es ist ein Tal voller Geheimnisse. Wir wollen hier einigen Geheimissen nachgehen.

Das Voldertal mündet in Volders mit der Rafflerschlucht in das Inntal. Oberhalb der Schlucht bewacht das 800 Jahre alte Schloss Friedberg den Eingang zum  Tal.

In einem leichten Linksbogen zieht das Tal bis zum 2.479 Meter hohen Naviser Jöchl in die Tuxer Alpen hinein. Massentourismus ist im Voldertal ein Fremdwort. Daher gibt es zwar viele Almen, es sind aber Almen im ursprünglichen Sinn und keine Gastwirtschaften.

Auf den Almen im Voldertal wird im Sommer Vieh gehalten, meistens Rinder, aber auch Schafe oder Ziegen. Vielen Steigen im Voldertal sieht man an, dass sie nur selten begangen werden. Oft sind es nur Steigspuren, die mehr oder weniger deutlich durchs Gelände führen und manchmal auch kaum markiert sind. Eine gute Wanderkarte ist gerade im Voldertal eine große Hilfe.

Anhand von drei Wanderungen im Tal möchte ich ein paar Eindrücke von diesem Tal vermitteln. Die erste Wanderung ist einfach, die zweite erfordert Trittsicherheit und eine gewisse Ausdauer, die dritte ist ein Ausflug in den weglosen hochalpinen Bereich. Auch wenn das Gelände dort nicht wirklich schwierig ist, verlangt diese Tour alpine Erfahrung und Orientierungsvermögen.

Spuk auf der Stiftsalm

Eine einstündige Runde über die Stiftsalm bietet uns einen ersten Eindruck vom Voldertal. Wir starten beim Gratis-Parkplatz gleich hinter dem Volderwildbad. Jahrhundertelang haben Gäste das Volderwildbad  besucht, um Ruhe und Heilung zu finden, ehe das Bad 1965 geschlossen wurde. Heute ist das Ensemble mit der Kapelle zu den Heiligen Ärzten Kosmas und Damian renoviert und ein beliebter Ort für Hochzeiten.

Vom Parkplatz nehmen wir für einen halben Kilometer die Straße in Richtung Windegg, ehe uns ein Steig links zurück in den Wald hinaufführt. Nach wenigen Metern sehen wir rechts im Fels eine Grotte mit Schutzengeln.

 

Der Weg zieht weiter vorbei an mit Farnen und Moosen bewachsenen Felsblöcken, bevor er sich zu einem Karrenweg verbreitert. Bald darauf erreichen wir die gewellten Wiesen der Stiftsalm. Bei der Alm fällt besonders die Kapelle zur schmerzhaften Muttergottes mit ihrem Zwiebeltürmchen ins Auge.

Die Stiftsalm und ihr Oberleger waren bis ins 16. Jahrhundert ganzjährig bewirtschaftete Höfe. Dann kaufte das Haller Damenstift die beiden Höfe und machte aus ihnen Almen, um das Stiftsvieh versorgen zu können. Die Stiftsdamen dürften aber nicht den besten Ruf gehabt haben. Eine Sage berichtet von einer geizigen Äbtissin, die es den Sennen und Sennerinnen streng untersagte, Bettlern auch nur das Geringste zukommen zu lassen. Besser sollten sie es den Schweinen vorwerfen. Schon kurz nach ihrem Tod soll die Äbtissin auf einem weißen Schimmel reitend auf der Stiftsalm erschienen sein. Auch in späterer Zeit soll es auf der Alm immer wieder spukhafte Erscheinungen gegeben haben, so war etwa immer wieder vom Stiftsgeist die Rede.

Wenn die Alm bewirtschaftet ist, können wir uns hier mit frischer Milch stärken, ehe wir dem Fahrweg noch ein paar hundert Meter taleinwärts folgen und dann über die Voldertalstraße wieder zum Volderwildbad hinausspazieren.

Im Herzen des Voldertals

Bei dieser zweiten Wanderung besuchen wir das Herz des Voldertals, die mystische Waldlichtung Schwarzbrunn und die Gwannalm darüber.

Auf der Voldertalstraße können wir vom Volderwildbad noch einige Kilometer taleinwärts mit dem Auto fahren, weil wir beim letzten Bauernhaus vor dem Volderwildbad vier Euro Maut in den Automaten geworfen haben. Die Fahrt bis zum Parkplatz Nößlach erspart eine Stunde Gehzeit. Zehn Gehminuten unterhalb vom Parkplatz liegt übrigens direkt am Bach die Voldertalhütte der Naturfreunde, die von Anfang Mai bis Ende Oktober geöffnet ist und in der man auch nächtigen kann.

Vom Gatter beim Nößlachparkplatz gehen wir eine halbe Stunde taleinwärts bis zum Schwarzbrunn. Für mich schlägt hier das Herz des Voldertals. Die vom Voldertalbach durchflossene Waldlichtung ist übersät mit Felsbrocken. Mit Flechten bewachsene Wurzelstöcke ragen in die Luft, dazwischen fließen kleine Bäche dahin, an denen im Frühsommer Dotterblumen ihre gelbe Pracht entfalten.

Früher mag hier ein See gelegen sein, zumindest weiß die Sage vom Glungezerriesen von einem zu berichten. Aus Rache über seine verschmähte Liebe schob der am Glungezer hausende Riese den Königspalast mit seinem König und vier liebreizenden Töchtern mit einer riesigen Steinlawine zu Tal. In Mondnächten sollen die ertrunkenen Königstöchter über dem See geschwebt sein. Der Riese hingegen hat sich ob seiner Tat selber verwunschen und als Zwerg in den See gestürzt.

 Vom Schwarzbrunn folgen wir dem Steig zum Klausboden hinauf, dort überqueren wir auf einer Eisentraverse den Voldertalbach und wandern weiter zur Gwannalm. Fünf Minuten vor der Gwannalm führt rechts der Weg wieder zurück zum Schwarzbrunn hinunter. Bevor wir den schmalen Steig zum Schwarzbrunn nehmen, schauen wir noch kurz hinüber zur Alm.

Oberhalb der kleinen Hütte donnert der Gwannalmbach talwärts. Unterhalb vom Wasserfall balancieren wir auf Steinen über den Bach um zur kleinen Almhütte zu gelangen.

Wer fit ist und genug alpine Erfahrung hat, kann von der Gwannalm auf das Rosenjoch hinaufsteigen, der mit 2.796 Metern höchste Gipfel im Voldertal. Der Weg durch das Gamskar ist gut markiert, stellenweise gibt es aber nur Steigspuren. Noch vor etwa 150 Jahren lag hier der größte Gletscher der Tuxer Alpen. Der Sage nach ist das Rosenjoch der Sitz einer Eisgöttin.

Sind wir wieder beim Schwarzbrunn zurück, empfehle ich, auf der rechten Seite des Voldertalbachs ein Stück hinunterzuwandern. Nach einem kurzen Waldstück sehen wir links bei der Mündung des Melchmahderbachs einen gespaltenen Felsblock. Der Spalt ist gerade so breit, dass man sich hineinstellen kann. Wer das macht, wird Zeuge, wie sich das helle Rauschen des Baches in ein dumpfes Grollen verwandelt. Über einen Karrenweg kommen wir von hier einfach wieder zum Schwarzbrunn-Forstweg hinauf.

Ein ungewöhnlicher See

Doch nicht alles im Voldertal ist über Steige erreichbar. Im hintersten Voldertal gibt es einen geheimnisvollen See, der bergseitig abfließt. Über eine kleine Felsklippe rinnt sein Wasser in einen danebenliegenden Bachlauf, um gemeinsam mit dem Bach an Ort und Stelle zu verschwinden. Unterirdisch bahnt sich das Wasser seinen Weg talwärts und kommt erst ein gutes Stück weiter unten wieder ans Tageslicht.

Der See liegt oberhalb der Melkböden, die wir über die Steinkasernalm auf einem Fahrweg erreichen. Steinkasern ist ein Almdorf mit vielen kleinen Hütten. Über den Sommer sind in einem Brunnen ein paar Kisten mit Bier, Radler und Limo gekühlt und wir können uns zu einem moderaten Preis selber bedienen. Um zum See zu kommen, folgen wir vom Stall auf den Melkböden einem Karrenweg etwa 200 Meter in südliche Richtung und steigen dann links durch steile Wiesen zu dem See hinauf.

Wenn wir vom See noch eine knappe Viertelstunde weiter durch das Tal in Richtung Osten hinaufgehen, kommen wir zu dem aufgelassenen Bergbau im Eisenkar. Noch heute zeugen die Überreste einer Knappenhütte, ein verschütteter Stolleneingang und Ansammlungen von rotem Eisenerz am Boden von der Arbeit der Bergknappen. Sie haben hier vor etwa 200 bis 300 Jahren Eisenerz aus dem Berg geholt und es auf den heute noch sichtbaren Stellen zerkleinert und vom tauben Gestein getrennt.

Die drei Vorschläge mögen eine Inspiration sein, um selber im Voldertal auf Entdeckungsreise zu gehen. Ich mache das immer wieder und berichte davon auf meinem Blog www.voldertal.at.

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