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Neuigkeiten und Interessantes aus Tirol
Aktualisiert: vor 45 Minuten 42 Sekunden

Tiroler Spinatknödel – Das Rezept

Mo, 04/06/2020 - 13:45

Der Spinatknödel. Ein Klassiker in der Tiroler Küche. Ein Gericht das einfach und relativ schnell zubereitet ist.

Was brauchen wir dafür? Zutatenliste für Tiroler Spinatknödel:
  • 300 g Knödelbrot
  • 250 ml Milch
  • 800 g Spinat
  • 30 g Butter
  • 2 Eier
  • 1 Zwiebel
  • 1 Knoblauchzehe

Gewürze: Salz, Pfeffer, Muskat
Zum Servieren: Parmesan, Butter
Portionen: 4
Zubereitung: ca. 45 Minuten

Zubereitung Spinatknödel:

Das Knödelbrot stellt neben dem Spinat die Basis für den Knödelteig. Dies kann man beim Bäcker oder im Supermarkt kaufen. Wer hartes Weißbrot zuhause hat kann das Knödelbrot auch einfach selber herstellen.

Je nach Geschmack wird für Spinatknödel frischer oder geforener Spinat verwendet. Passierter oder Blattspinat – ganz egal. Sollte man frischen Spinat verwenden, so wird dieser vor der Verwendung blanchiert.

Für die Herstellung des Teiges übergießt man das Knödelbrot zuerst mit Milch. Zeitgleich dünstet man in Butter die aufgeschnittene Zwiebel und die gehackte Knoblauchzehe. Das Butter-Zwiebel-Knoblauch-Gemisch anschließend mit den Eiern und dem Spinat – dem übergossenem Knödelbrot beimengen. Die Zutaten werden zu einem Teig vermischt und durchknetet. Je nach Konsistenz der Knödelmasse etwas Mehl oder Milch dem Teig hinzufügen. Nach einer kurzen Ruhezeit der Masse, können die Knödel geformt werden.

Spinatknödel können entweder im köchelnden Salzwasser am Herd (15 Minuten) oder im Dampfgarer (bei 100° C für 12 Minuten) gegart werden.

Traditionell serviert man die Knödel mit zerlassener Butter und geriebenem Parmesan. Abhängig von der Jahreszeit passt dazu ein frischer grüner Salat mit Radieschen.

Tipp: Wem die klassischen Spinatknödel zu langweilig schmecken, der kann Gorgonzola (Blauschimmelkäse) würfeln und in die Mitte der einzelnen Knödelmasse einarbeiten.

Wenn Spinatknödel über bleiben, kann man diese ohne Weiteres einfrieren. Mehr Rezepte findet ihr hier.

Gutes Gelingen. Mahlzeit.

TIPP: Tiroler Kiachl selbst gemacht – das Rezept

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Osterbäckerei

Mi, 04/01/2020 - 09:00
Vorfreude auf das Osterfrühstück

Alle freuen sich schon auf Ostern. Neben dem Eierfärben sind es vor allem die Köstlichkeiten der Osterbäckerei, die unser Herz höher schlagen lassen. Susi und ich stellen euch heute einige dieser Rezepte vor. Sie sind realtiv einfach und lassen sich schnell umsetzen. Am reich gedeckten Osterfrühstückstisch sind sie ein richtiger Blickfänger!

Palmbrezen und Osterstriezel

Der Germteig bildet die Grundlage für beide Rezepte aus der Osterbäckerei. Für rund 16 Palmbrezen beziehungsweise einen Ostertriezel benötigt man folgende Zutaten: 30 dag Mehl (glatt), 5 dag Zucker und etwas Vanillezucker, 7,5 dag Butter, 1/8 l lauwarme Milch, 1 Ei, 1 1/2 dag Germ (oder 1/2 Päckchen Trockengerm) und 1 Prise Salz.

Aus den Zutaten einen Teig rühren, kneten und diesen zugedeckt für ca. 30 Minuten rasten lassen. Danach kleine Stücke abschneiden, zu Würsten rollen und daraus die Palmbrezen formen. Die Brezen werden für ca. eine Viertelstunde bei 150 Grad im Ofen gebacken.

https://blog.hall-wattens.at/wp-content/uploads/2020/03/Die-Palmbrezen-werden-in-Form-gebracht.mp4

Für den Osterstriezel hingegen wird der Germteig in drei gleich große Stränge geteilt. Die beiden Enden mit etwas Wasser oben zusammenkleben und danach locker in eine Zopfform bringen. Wir bestreichen den Zopf mit einem verquirltem Ei und bestreuen ihn mit Hagelzucker. Danach wird er im vorgeheizten Backrohr bei 175 °C ca. 35-40 Minuten gebacken. Und fertig ist die zweite Osterbäckerei!

Butter- und Kuchenlamm

Für ein Kuchenlamm benötigt ihr folgende Zutaten: 150 g Butter (oder Margarine), 150 g Zucker, 2 Packungen Vanillezucker, 1 Prise Salz, 4 Eier, 2 TL Rum, 150 g gemahlene Nüsse, 150 g Mehl, 100 g Speisestärke (Maizena) und 3 TL Backpuler.

Die Zutaten der Reihe nach zu einem Rührteig verarbeiten. Die Form gut einfetten und mit Mehl bestäuben. Den Teig in die verschlossene Form einfüllen und im vorgeheizten Backrohr bei 180 °C ungefährt 50 Minuten backen lassen. Danach lösen wir das Lamm aus der Form, bestäuben es mit Staubzucker und dekorieren es entsprechend. Besonders das Herausnehmen aus der Form ist immer ein spannender Augenblick, seht selbst!

https://blog.hall-wattens.at/wp-content/uploads/2020/03/Das-Osterlamm-aus-der-Backform-nehmen.mp4

Auch für ein Butterlamm gibt es eine entsprechende Form. Dazu einfach die Butter in die Form streichen und für 24 Stunden in den Kühlschrank stellen. Danach die Form über einem Teller wenden und das Butterlämmlein herausklopfen. Traditionell wird das Butterlamm mit einer Fahne und einem roten Band geschmückt. Als Augen verwenden wir Gewürznelken und die Zunge ist ein kleines Blatt.

Palmsonntag, Ostergräber und Brauchtum in der Region Hall-Wattens

Der Palmsonntag ist der Beginn der Karwoche und wird aufwendig gefeiert. Palmbüsche und Palmstangen gehören ebenso dazu, wie in manchen Gemeinden der Palmesel. Die Esel haben ihren Ursprung in der Theaterleidenschaft der Tiroler sowie ihrem Drang nach einer möglichst lebendigen Darstellung von den Ereignissen aus der Geschichte Jesu. Bei den Prozessionen am Palmsonntag wird ein Palmesel mit der Christusfigur mitgezogen. Dieser Brauch wurde in der Zeit der Aufklärung verboten und verschwand. Heute wird er in Thaur sowie in Hall in Tirol noch gepflegt.

Aufwendig geschmückte Ostergräber gehören in vielen Pfarrkirchen der Region zum Osterbrauchtum. Ein kulturhistorischer Wert, der leider vielerorts bereits in Vergessenheit geraten ist. Die bühnenartigen Aufbauten rund um den im Grabe liegenden Christus sind mit Blumen, Kerzen und bunt beleuchteten Osterkugeln geschmückt. In Absam zum Beispiel, wird am Gründonnerstag nach dem Abendgottesdienst das Ostergrab aufgestellt, das bis zur Osternacht steht. Am Karfreitag und Karsamstag halten Mitglieder der Speckbacher Schützenkompanie die Ostergrabwache. In Thaur findet man das Ostergrab auf dem Kreuzweg in Richtung Romedikirchl.

Ein weiterer Brauchtum ist die Feier der Osternacht mit Speisensegnung. Die Osterkerze, die am Feuer entzündet wurde, wird in die dunklen Kirchen getragen.

Wir wünschen euch viel Spaß beim Nachbacken der Osterköstlichkeiten sowie viel Freude beim Gestalten eures persönlichen Osterfrühstücks!

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Ein virtueller Rundgang durch Hall in Tirol

So, 03/29/2020 - 10:59
Vom Museum direkt zum Fundort

Mit einem Klick startet man den virtuellen Rundgang durch die mittelalterliche Stadt Hall in Tirol, indem man die Webseite www.hall360.tirol besucht.

Ausgangspunkt für die virtuelle Zeitreise ist das Museum der Stadtarchäologie Hall. Direkt am Computer kann der Besucher die verschiedensten Ausstellungsstücke, wie zB historische Glasfunde, Keramik- und Alltagsgegenstände sowie Schmuck bestaunen. Bei einigen Objekten erfährt man durch einen Klick spannende Details. Zoomt man das Bild heran, hat es den Anschein, direkt vor den Vitrinen zu stehen und hineinzublicken. Von der virtuellen Stadtarchäologie kommt man zu den Grabungsplätzen, woran das Museum bzw. deren Mitarbeiter bereits gearbeitet und geforscht haben. Und das alles online! Virtuelle Schautafeln sind in einer 360-Grad Ansicht angeordnet und gewähren uns spannende Einblicke hinter die Arbeit der Archäologen bzw. lassen uns in die Geschichte Halls eintauchen.

Folgende Stationen kann man bereits besichtigen:

Hinweis: Verschiedenste Symbole leiten durch den virtuellen Rundgang. An einigen Stationen sind auch Zeitsprünge möglich. Durch direkte Überblendungen gelangt man von der Gegenwart in den historischen Zustand (rot-weiß drehender Pfeil im oberen Bereich).

Auszug aus dem virtuellen Rundgang in der Josefskapelle

Faszinierende Ein- und Ausblicke ermöglicht die Station „Josefskapelle“ am Oberen Stadtplatz. Bei Grabungen im Jahr 2009/10 stießen die Archäologen auf ein Beinhaus aus dem 14. Jahrhundert. Man fand dort Skelette von mindestens 2000 Menschen, und zwar genauso wie man sie einst begraben hatte. Insgesamt zählt die Josefskapelle drei Vorgängerbauten. Letzterer, nämlich die Wolfgangskapelle vom bekannten Ritter Florian Waldauf, wurde beim Erdbeben im 17. Jahrhundert stark beschädigt. In Folge entstand die heutige Josefskapelle, unter anderem durch Stiftungen wie jene der Adelsfamilie Khuen-Belasyn-Belasy. Deren Familiengruft befindet sich im Westteil der Kapelle. Im Detail kann das wunderbare und farbenfrohe Deckenfresko des Malers Paul Geyer aus dem Jahr 1698 bewundert werden. Dazu muss man das Bild ganz einfach heranzoomen.

Tipp: Mit einem Klick auf das “i – josefskapelle” öffnet sich eine Informationsbox. Um wieder auf die vorherige Ansicht zurückzukommen, genügt ein Klick in die graue Box!

Stationen mit Maximilianbezug

Was wäre eine Tour durch Hall ohne auf den Spuren von Kaiser Maximilian I. zu wandeln. Gesamt sind es drei Stationen mit „Kaiser Maximilian“-Bezug: das Haller Tanzhaus, die Haller Stadtmauer sowie die Georgskapelle in der Burg Hasegg.

Im rekonstruierten „Haller Tanzhaus“-Saal – im heutigen Haller Rathaus – sieht man eine Video-Animation. Es handelt sich um ein Tänzchen der damaligen Tischgesellschaft im Beisein des Kaisers höchstpersönlich.

Einen weiteren Bezug stellt die nördlich gelegene Haller Stadtmauer mit angedeuteter Zwingermauer dar. Das oberste Geschoss der Mauer fällt in die Zeit Maximilians. Auch in der Georgskapelle kann man in die Zeit Maximilians vor 500 Jahren reisen. Er war es schließlich, der den Bau dieser Kapelle in Auftrag gegeben hatte.

Ehemaliges Bastionsgebäude

Für mich ist vor allem mein Arbeitsplatz die spannendste Entdeckung auf dieser virtuellen Stadtführung! Das Gebäude unseres Tourismusverbandes ist ein ehemaliges Bastionsgebäude. Wo wir heute tagtäglich arbeiten, befand sich früher ein wichtiger Verteidigungspunkt der Stadt Hall. Ein kleiner Vorgeschmack auf die virtuelle Beschreibung anbei:

Großer technischer Aufwand

Der virtuelle 3D-Rundgang wurde mit dem Haller Fotografen und Multimediadesigner Klaus Karnutsch entwickelt. Sphärische Projektionen von Rundumfotografien kamen dabei zum Einsatz. Die Besonderheit liegt in der Überblendung in die Vergangenheit aufgrund aktueller Forschungsergebnisse. Der Betrachter kann sich direkt „im Bild in alle Richtungen“ bewegen. Mit einer Zoom-Funktion gelingt es, Objekte genauer zu betrachten. Wer eine VR-Brille (VR steht für virtual reality) besitzt, kann die VR-Funktion aktivieren. Der entsprechende Button befindet sich an der oberen Bildseite (VR on).

Durch den enormen technischen Aufwand dieses Projekts, öffnet sich für uns heute eine spannende und informative Tür in die Vergangenheit Halls. An weiteren Stationen wird bereits gearbeitet. Mehr Informationen gibt es unter: https://www.stadtarchaeologie-hall.at/hall360tirol/

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Landesgildencup

Mo, 03/09/2020 - 10:45

Sie reisen aus Hall, Absam, Mils, Wattens, aber auch aus allen anderen Teilen Tirols und aus Vorarlberg an. In der Szene ist der Landesgildencup seit vielen Jahren einer der angesagtesten Wettkämpfe. Heuer, zum fünften Jubiläum des Landesgildencups, hat das Publikum die Chance, alle Bewerbe direkt mitzuerleben. Im Alten Gericht kann vom Balkon und von der Bühne aus beobachtet werden, wie sich die SportlerInnen konzentrieren, ihre Ziele anvisieren und dann ganz zielsicher ihre Treffer platzieren.

Thaur zeigt sich treffsicher

Vom 20. bis 26. September 2020 matchen sich fast 500 SportlerInnen aus ganz Tirol und Vorarlberg beim fünften Landesgildencup im Alten Gericht. Die Thaurer Sportschützen veranstalten den größten landesweiten Bewerb, zu dem hunderte SportlerInnen aus ganz Tirol nach Thaur kommen. Das Besondere ist, dass vor allem die Jungen sehr gefördert werden und auch die ZuschauerInnen herzlichst willkommen sind.

„Zwölf Jahre ist es her, dass die Schützengilde Thaur anlässlich ihres 100-jährigen Bestehens mit dem ersten Landesgildencup den Versuch wagte, den Schießsport aus den Kellern zu locken und mit Fans und toller Stimmung aufzufrischen“, erinnert sich Martin Grubhofer. Der Landesgildencup wurde im Jahr 2008 durch die Schützengilde Thaur ins Leben gerufen und fand seine Fortsetzung in den Jahren 2011, 2014, 2017 in Absam, Wattens und Mieming. Als Oberschützenmeister ist Grubhofer verantwortlich für den Thaurer Verein. 200 Mitglieder sind in Thaur bei der Schützengilde, 50 davon sind aktive SportschützInnen.

Beste Freundinnen mit klaren Zielen

Eva, Julia und Selina sind nicht nur beste Freundinnen, sie sind auch Kandidatinnen für die nächsten olympischen Spiele der Jugend. „Julia hat mich mitgenommen“, erinnert sich Selina und sagt, warum sie fasziniert ist: „Der Sport hat mir schon zu Beginn sehr gut gefallen, ich liebe es, dass man sich absolut aufs Schießen konzentrieren muss und alle anderen Gedanken ausgeschaltet sind.“

Neben Schule und Sport bleibt derzeit nicht viel Zeit, gestehen sie alle drei. Aber Musik hören sie gerne, was grad läuft. Nur Selina verrät: „Meine Lieblingsmusikerin ist derzeit Billie Eilish, ich höre mir immer gerne ihr Lied Lovely vor einem Wettkampf an.“

Start bei der Jugendolympiade

Besonders liegt dem Verein die Jugendarbeit am Herzen. Zu Recht, haben sie mit Eva, Julia und Selina sogar Kandidatinnen für die nächsten olympischen Spiele der Jugend. Die Freundinnen erzählen von der Freude und dem Spaß, den sie beim Sport haben, aber auch von der Disziplin und dem Ziel, das sie sich setzen. Dass sie dies alles vor allem mit der Hilfe des Jugendtrainers Martin Kirchner erreichen, ist ihnen auch bewusst. Einig sind sich die drei auch, wenn sie nach ihren sportlichen Zielen befragt werden. Klar freuen sie sich über Medaillen. „Sich verbessern und möglichst alles aus sich herausholen“, das sei aber das wirklich wichtige.

Facts rund um den Landesgildencup 2020

Als Höhepunkt und Abschluss der Veranstaltung wurde bereits ein Länderkampf mit dem Bundesland Vorarlberg fixiert.

Bewerbe: Zu den Mannschaftsbewerben Luftgewehr Frei und Auflage wird auch ein Bezirksvergleichskampf der Klassen Jugend1 und Jugend2 durchgeführt. Erstmals wird auch zur Förderung der Disziplin Luftpistole für diese Durchgänge eingeplant.

Alle Infos unter Landesgildencup 2020! 

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Interview mit dem Künstler Wolfgang Baldauf

Do, 03/05/2020 - 10:00

Der 35-jährige gebürtige Haller Künstler Wolfgang Baldauf kommt ursprünglich aus der Mode- und Produktfotografie und hat 2012 ins künstlerische Metier gewechselt. Seine Leidenschaft gilt der analogen Fototechnik. Hierbei werden Bilder von der Kamera auf andere Materialien wie Papier oder Glas projiziert und haftbar gemacht. Klingt einfach, ist es aber nicht. Erst nach etwa zweijähriger Tüftelei und Experimentiererei gelang es dem Künstler, dank spezieller Techniken, Skulpturen auf Holz zu projizieren.

Jedes Endprodukt ist ein Unikat und mittlerweile ist auch die Nachfrage nach so einem speziellen Holzkunstwerk gestiegen. Dennoch lautet seine Devise: Von jedem Negativ gibt es nur ein Werk bzw. eine Skulptur.

In einem persönlichen Gespräch konnte ich mehr über den Künstler und seine Arbeit erfahren.

Wie entstehen deine Kunstwerke?

„Zuerst zeichne ich eine Linie, die aus einer inneren Gefühlsregung heraus entsteht. Langsam entwickelt sich die Zeichnung und am Ende habe ich eine Skulptur mit speziellen, ja schon fast unnatürlichen Verrenkungen und spiralförmigen Körpern geschaffen. Da bestimmte Posen in Natura nicht möglich sind, kam mir die Idee der besonderen Drehung, diese ist dann immer spontan und intuitiv“, so Wolfgang. Hier wird deutlich, wie sich der Künstler von seinen Gefühlen leiten lässt und diese auf seine Werke überträgt.

Kannst du mir bitte deine Arbeitsschritte kurz erklären?

Zuerst wird eine Skulptur aus verschiedenen Materialien geschaffen. Danach wird die Skulptur mit einer analogen Kamera fotografiert und der Film gleich entwickelt. Das ausgewählte Holz wird so bearbeitet, dass es für die analoge Entwicklung bereit ist, d.h. das Holz wird mit einer lichtempfindlichen fotosensitiven Schicht bearbeitet. Im Dunkelraum wird das Trägermaterial ausbelichtet und entwickelt. Fertig ist das Kunstwerk!

Welches Material verwendest du am liebsten?

Ganz eindeutig Holz. Maserung und Farbton sind entscheidend bei der Holzauswahl. So ist die Fichte sehr hell, gelblich bis weiß, die Kiefer hingegen hat einen rot-gelblichen Ton und die Zirbe ist meistens hellbraun.

Das Holz gibt durch seine natürliche Maserung dem Kunstwerk seine Form. Wir sprechen hier von einer linearen Kunst. Das verwendete Holz besitzt keine Kanten, daher passen die weiblichen Formen der Frau auch besser für Skulpturen. Und die weiblichen Züge gefallen dem Künstler eindeutig besser.

Mittlerweile bist du in Hall eine bekannte Persönlichkeit und durftest die Neujahrsentschuldigungskarte 2020 gestalten. Wie kam es dazu?

Ich war natürlich sehr stolz und geehrt, als das Komitee des „Lambichler Sozialfonds“ (gegr. 2016 durch die Marianische Kongregation Hall) letztes Jahr an mich herangetreten ist und mich beauftragt hatte, die Neujahrsentschuldigungskarte für 2020 zu gestalten. Genau genommen handelt es sich um 200 Holztafeln, die ich ausbelichtet und entwickelt habe. Zu sehen ist ein Ausschnitt vom Langen Graben mit Blick auf den Münzerturm. Ich war von dem karitativen Zweck sehr angetan und es war somit eine Win-Win-Situation für beide Parteien. Im Sommer 2019 habe ich mit meiner Arbeit begonnen und im November waren 200 Stück der Holztafeln fertig.

In welche Richtung wird deine nächste Reise gehen?

„Eigentlich weiß man das doch nie“, meint Wolfgang und lacht. Er wird jedenfalls der Fotografie treu bleiben und an seiner Technik herumfeilen bzw. versuchen, sie zu verfeinern. Außerdem möchte er gerne Hybridwesen kreieren, d.h. seine Technik auf Beton oder Flusssteinen aus dem Inn ausprobieren. Denn sein Motto lautet: „Ein Künstler darf nie ruhen!“ Daher wird laut dem Künstler meistens ganz spontan entschieden. So dürfen wir gespannt sein, was die Zukunft für Wolfgang Baldauf noch Spannendes bereithält.

Hast du einen Ausgleich zum stressigen Künstlerdasein?

Wieder lacht er und meint, dass sein Schaffen keine Arbeit sei. Vielmehr ist es Leidenschaft, Besessenheit und ein innerer Drang, etwas vollenden zu wollen. In seiner Freizeit ist er ambitionierter Bassist in verschiedenen Jazzbands. Seit circa 20 Jahren macht er gemeinsam mit seiner Schwester Petra Musik. Ihr aktuelles Projekt heißt Sassophonic, ein Elektronikprojekt mit tanzbarer Jazzmusik. Ihre Videos produzieren sie selbst. Neugierig auf Wolfgangs und Petras Musik?

Wo kann man deine Kunst bewundern?

Am Freitag, den 06. März um 19:00 beginnt unsere 3-wöchige Vernissage der Haller ARTgenossen im Goldenen Engel in Hall. Wir freuen uns auf zahlreiche Besucher!

Lieber Wolfgang, ich bin überzeugt, dass die Ausstellung ein toller Erfolg sein wird. Danke für deinen Besuch und das überaus anregende Gespräch.

Anbei die Termine der Ausstellung im Goldenen Engl:

Samstag, 07.03.2020 von 16:00 bis 21:00 Uhr

Sonntag, 08.03.2020 von 16:00 bis 21:00 Uhr

Freitag, 13.03.2020 von 16:00 bis 21:00 Uhr

Samstag, 14.03.2020 von 16:00 bis 21:00 mit Führung von Eva Willburger um 17:00 Uhr

Sonntag, 15.03.2020 von 16:00 bis 21:00 Uhr

Freitag, 20.03.2020 von 16:00 bis 21:00 Uhr

Samstag, 21.03.2020 von 16:00 bis 21:00 Uhr

Finissage am Sonntag, 22.03.20 ab 16:00 Uhr

Noch mehr Informationen zu Wolfgang Baldauf gibt es auf seiner Facebook-Seite.

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Die Fastensuppe

Mi, 02/26/2020 - 11:15

Am Beginn der Fastenzeit steht der Aschermittwoch. In vielen Tiroler Gemeinden wird die traditionelle Fastensuppe zubereitet.

Ausgiebiges Feiern und kulinarische Köstlichkeiten gehören zum Fasching wie das Verkleiden selbst. Der Aschermittwoch läutet nach dem Ende der Faschingszeit die 40-tägige Fastenzeit ein. Sie ist die Vorbereitung auf Ostern, dem höchsten Fest in der christlichen Kirche. Auch wenn inzwischen der religiöse-kirchliche Charakter der Fastenzeit in den Hintergrund tritt, ist für viele Menschen die Fastenzeit dennoch Anlass zum Verzicht – ganz egal wie dieser aussieht.

Tradition am Aschermittwoch

In Tirol hat am Aschermittwoch die Fastensuppe Tradition! Kirchliche Institutionen und oder Vereine kochen gemeinsam mit freiwilligen Helfern die Fastensuppe. Diese wird meist gegen freiwillige Spenden ausgegeben. Das Geld kommt sozialen Projekten zugute. Auch in Hall und den umliegenden Orten wird dieser Brauch sehr lebendig gelebt.

Zubereitung der Fastensuppe

Die Zubereitung ist sehr einfach und von Region zu Region unterschiedlich. Wir stellen euch heute eine Variante mit Wurzelgemüse vor.

https://blog.hall-wattens.at/wp-content/uploads/2020/02/Die-Fastensuppe-Zutaten.mp4

Folgende Zutaten werden dazu benötigt:
  • 30g Butter
  • 2 kleine Zwiebeln
  • 30g Mehl
  • 1/2kg mehlige Kartoffeln
  • Wurzelgemüse (Karotten, Sellerie, Lauch)
  • gut 1 Liter Wasser zum Aufgießen
  • Gewürze: Salz, Pfeffer, Suppenwürze, Lorbeerblatt, Majoran, Petersielie und Schnittlauch

Die klein geschnittenen Zwiebel in Butter goldgelb anrösten. Das Mehl dazu geben und ebenfalls kurz rösten. Dabei immer gut umrühren, damit es keine Klumpen bildet. Danach mit Wasser aufgießen und würzen. Die Kartoffeln in Würfel schneiden, dazugeben und solange kochen, bis sie weich sind. Das klein geschnittene Gemüse dazu geben. Die Suppe nochmals abschmecken und anrichten.

Mahlzeit!

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Der Faschingskrapfen

Mo, 02/17/2020 - 15:00

Buntes Treiben herrscht während der fünften Jahreszeit in der Region Hall-Wattens. Die Rede ist vom Fasching bzw. der Fasnacht, wie sie in Tirol auch genannt wird. Unzählige Brauchtumsgruppen laufen während dieser närrischen Zeit zur Höchstform auf. Neben den Umzügen wird auch auf die Kulinarik ein spezielles Augenmerk gelegt. Und was liegt näher, als euch heute den berühmten Faschingskrapfen vorzustellen.

Doch woher kommt eigentlich der Faschingskrapfen und weshalb wird er ausgerechnet in dieser Zeit so gerne verspeist? Meine Kollegin Susi und ich gingen für euch auf Spurensuche und haben mittels Video festgehalten, dass die Zubereitung dieser süßen Köstlichkeit absolut keine Hexerei ist.

Die Geschichte des Faschingskrapfen

Es ranken sich einige Mythen und Geschichten rund um den Ursprung des Krapfens. Bereits die alten Griechen reichten Krapfen als Opfergabe an ihre Göttin Ceres. Doch auch Römer, Karolinger und die Habsburger stellen ihren Anspruch an die Erfindung des Krapfens.

Immer wieder ist von der angeblichen Wiener Namenspatronin Cäcilia Krapf zu lesen. Sie soll im Jahr 1690 einem Küchenjungen einen Germteigpatzen nachgeworfen haben, der versehentlich in heißem Fett gelandet sei, wo er sich in eine herzhafte Köstlichkeit verwandelte. Eine nette Geschichte, aber leider sind die “Cilli-Kugeln” nicht Namensgeber der heutigen Faschingskrapfen. Wahr ist jedoch, dass Krapfen schon seit Jahrhunderten bei Faschingsveranstaltungen anzutreffen sind. Der Schusterpoet Hans Sachs hat 1540 sogar ein eigenes Fastnachtsspiel verfaßt, das bezeichnenderweise den Titel Das Krapfenholen trägt.

Wie auch immer – der Krapfen ist während der Faschingszeit unverzichtbar geworden und mittlerweile in vielen verschiedenen Varianten (mit Vanille-, Nougat- oder Eierlikörfüllung oder verziert mit lustigen Schokogesichtern) erhältlich. Der klassische Faschingskrapfen wird jedoch mit Marillenmarmelade gefüllt und mit Staubzucker gereicht. Wir wünschen euch viel Freude beim Nachkochen, gutes Gelingen und noch eine lustige Faschingszeit!

Faschingskrapfen Rezept

Zutaten für 25 Krapfen, Zeitaufwand: ca. 2 Stunden

200 ml lauwarme Milch, 520 g Mehl, 30 g frischer Germ, 2 Eier, 3 Dotter, 80 g Kristallzucker, Vanillezucker, abgeriebene Schale von 1 Bio-Zitrone, 8 g Salz, 30 g zerlassene Butter, Fritierfett zum Herausbacken, 150 g passierte Marillenmarmelade und Staubzucker zum Bestreuen

https://blog.hall-wattens.at/wp-content/uploads/2020/02/Faschingskrapfen-Intro.mp4

Zubereitung

Das Mehl salzen und währenddessen die Milch mit dem Butter leicht erwärmen. In die Milch kann man auch gleich den Zucker, die Eier und den Germ dazugeben. Danach das lauwarme Milchgemisch und die abgeriebene Zitrone zum Mehl geben und einen geschmeidigen, glatten Teig kneten. Diesen zugedeckt in der Germschüssel an einem warmen Ort ca. 30 Minuten ruhen lassen.

Den aufgegangenen Teig kurz verkneten und in ca. 40 g schwere Stücke teilen. Teigstücke mit den gewölbten Handinnenflächen zu glatten Kugeln schleifen. Teigkugeln auf ein geöltes Backblech setzen und behutsam etwas flach drücken. Mit einem bemehlten Küchentuch bedecken und nochmals an einem warmen Ort für ca. 30 Minuten gehen lassen. Das Fritierfett in einer hohen Pfanne auf knapp 160 °C erhitzen.

Je nach Pfannengröße mehrere Teiglinge mit der oberen Seite nach unten in das heiße Fett gleiten lassen. Deckel aufsetzen und zugedeckt ca. 3 Minuten backen. Danach die Krapfen wenden und ca. 2 Minuten goldbraun fertig backen. Auf einem Küchenpapier entfetten.

https://blog.hall-wattens.at/wp-content/uploads/2020/02/Faschingskrapfen-herausbacken.mp4

 

Die Marillenmarmelade in einen Spritzsack oder Krapfenspritze geben und damit die Krapfen vorsichtig füllen. Danach die Krapfen mit Staubzucker bestreuen und mit einer guten Tasse Kaffee genießen.

 

 

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Gelebter Tiroler Brauchtum

Di, 02/11/2020 - 09:52
Es ist Fasnachtszeit

Sagenhafte Gestalten und archaische Wesen geben sich ein jahrhundertealtes Stelldichein. Die fünfte Jahreszeit in der Region Hall-Wattens ist angebrochen. Ein jahrhunderte alter Brauchtum. Spätestens ab Ende November laufen die Vorbereitungen heiß. Federn müssen in üppigen Kopfschmuck gesteckt, Gewänder begutachet und geflickt werden. Ab Mitte Jänner holt man die handgeschnitzen Masken, die teils mehrere Jahrhunderte auf dem Buckl haben, hervor – auf keinen Fall früher. “Weihnachtskrippen und Masken vertragen sich nicht”, wie ein altes Sprichwort besagt. Auch die freiwillige Feuerwehr hilft mit. Sie imprägniert die Kostüme mit speziellen Mitteln, um die Gefahr eines Brandes zu minimieren.

Den Winter austreiben …

… und einen fruchtbaren Frühling erwecken, ist bei dem jahrhunderte alten Brauchtum das oberste Ziel! Seit den 70er Jahren wechseln sich die Dörfer Rum, Thaur, Absam und Mils in der Organisation der Veranstaltung ab. Es ist nicht nur irgendeine Veranstaltung in der Fasnacht, es ist eine jahrhunderte alte und noch gelebte Tradtion in der Region Hall-Wattens. Das Wort “Matschgern” ist die Dialektform von “Maskerade”, sprich das Tragen von Masken auf tirolerisch. So mühelose die Darbietungen der Fasnachtsfiguren auf die Zuschauer wirken, es ist eine Kunst für sich, die Einlagen spontan und nicht einstudiert wirken zu lassen. Bei Proben im Vorfeld übt man die Bewegungsmuster der Figuren. Aber seht selbst!

Die Geschichte der Milser Matschgerer

Am Sonntag, den 16. Februar 2020 begeistert der Matschgererumzug in Mils tausende begeisterte Schaulustige. Die Geschichte der Milser Matschgerer geht über 200 Jahre zurück. Anbei ein Auszug aus ihrer Chronik:

“Der wohl beste Beweis für das rege Fasnachtstreiben in Mils seit jeher ist der Alte Milser Bär. Der Stolz der Milser wird wegen seiner Kopfform auch der Ochsenschädel genannt. Geschnitzt wurde er sicher schon vor mehr als 200 Jahren. Der Kopf wird heute nur mehr bei besonderen Anlässen getragen. Um 1930 hatten die Milser schon eine ansehnliche Truppe, wenn man die bescheidenen Mittel dieser Zeit bedenkt.”

Hier ein Foto vor dem Gasthaus Tiefenthaler im Unterdorf aus den 30er Jahren:

Verein Milser Matschgerer

Leider keine Seltenheit, doch zwischen den Jahren 1960 und 1965 drohte das Brauchtum einzuschlafen. Im Jahre 1971 lebte die Tradition aufgrund Bestrebungen ein paar junger Idealisten wieder auf. Man scheute keine Kosten um mit den Matschgern wieder für großes Aufsehen zu sorgen. Affenlarven mit passendem Gewand, Hexenlarven und noch zwei gut erhaltene Zottler-Kostüme kamen dabei zum Einsatz. Dem Matschgern durch die Milser Gasthäuser stand somit nichts mehr im Wege. Seit 1984 ist der Verein offiziell angemeldet.

Der Verein hat sich der Brauchtumspflege eines der wohl schönsten und einzigartigsten Bräuche des Inntales verschrieben: “Wir wollen alles, so wie wir es von der Generation vor uns übernommen haben, an die nächste Generation weitergeben. Damit dieser wunderschöne Brauch nie mehr einschlafen möge.”

Die Figuren

Hexen, Klötzler, Zottler, Tschaggeler, Weiße, Altboarische und Atlboarische Tuxer, Hiatler, Spiegeltuxer und Bujaz zählen zu den Figuren in der Milser Fasnacht. Jede hat ihren eigenen Part. Die Hexe trauert dem Winter nach und kann es nicht fassen, dass er schon wieder vorbei ist. Der Hiatler verkörpert einen sehr jungen, lebendigen und sehr fröhlichen Menschen. Der Spiegeltuxer steht im Mittelpunkt der Milser Fasnacht. Mehr Details und Fotos zu den unterschiedlichsten Figuren findet ihr auf der Homepage der Milser Matschgerer!

Gelebte Tradition hautnah erleben

Die Figuren der fünften Jahreszeit zeigen mit ihren beeindruckenden Choreografien und prächtigen Kostümen den Kampf des Frühlings gegen den Winter. Natürlich ist das Symbol für Fruchtbarkeit und Glück, der Schlag auf die Schulter mit einem Schnapserl, bei vielen sehr begehrt!

Ihr seid nun neugierig auf das Fasnachtstreiben, den Brauchtum sowie die Figuren geworden? Sichert euch euren Platz beim Regionsumzug in Mils am Sonntag, 16. Februar 2020 – Beginn: 13:30 Uhr! Tickets gibt es vorab im Postamt, Gemeindeamt und der Raika-Filiale in Mils, sowie dem Restaurant Milsano. Man vermeidet die langen Schlangen bei den Eintrittskassen und kann sich gemütlich den besten Platz mit Sicht auf den Umzug sichern. Start ist im Oberdorf, etwas oberhalb vom Sozialen Zentrum St. Josef und geht bis zum Dorfzentrum bei der Kirche.

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